Nicht so dark, aber definitiv Romantasy – Wolfkisses

Nicht so dark, aber definitiv Romantasy – Wolfkisses

L.A. ist ein heißes Pflaster für Werwölfe. Drei konkurrierende Rudel machen sich gegenseitig das Leben zu Hölle und kämpfen um die Vormacht in der Stadt der Engel. Die Machtkämpfe werden jedoch jäh unterbrochen, als eine Delegation Jäger in der Stadt erscheint. Neue Allianzen müssen gebildet werden, um gegen den gemeinsamen Feind vorzugehen – ein Glück für Luke und Sophie, die sich gerade erst zwischen den Reviergrenzen gefunden haben. Auch Becca, die Alpha eines der Rudel, begrüßt die neuen Entwicklungen sehr. Eine Vereinigung würde ihren Planen gut in die Hände spielen. Alles, was sie tun müsste, wäre den Feind in einer gezielten Aktion zu töten oder ihn so lange zu meiden, bis er von selbst verschwindet. Was ja auch kein Problem wäre… wäre der Feind bloß nicht so verdammt gutaussehend.

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Die Autorin angeschrieben.
  2. Sie gefragt, was da passiert ist.
  3. Mit ihr gemeinsam den Fehler am Manuskript behoben und damit die zweite Ausgabe vorbereitet.

Ausnahmsweise ein Vorwort:

Zunächst: ich habe mir dieses Buch höchstpersönlich von meinem eigenen Geld als ganz normale Leserin gekauft. Als eine der ersten Leserinnen hatte ich die Ehre, eine handsignierte erste Auflage in die Hände zu kriegen. Und war erst mal entsetzt. Natürlich, inhaltlich war es spannend und alles – aber diese Fehler!! Alles voll mit bösen Rechtschreib – und Grammatikfehlern, dazu Formatierungsfehler von vorne bis hinten.

Ich habe sofort die Autorin, Katania de Groot, angeschrieben. Es stellte sich heraus, dass ein Fehler bei der veröffentlichten Version passiert war. Da das Buch aber wirklich Potential hat, habe ich der Autorin geholfen, den Fehler zu beheben und die zweite Auflage auf den Markt zu bringen. DIESE REZENSION BEZIEHT SICH DAHER AUF DIE ZWEITE AUFLAGE! Und auch, wenn ich sozusagen versehentlich an dieser mitgearbeitet habe, hat sich meine Meinung zu Plot und Charakteren nicht geändert. Ich bitte euch also, diese Rezension unabhängig von meiner kurzen Mitarbeit zu lesen!

Mein Eindruck zu Wolfkisses – Die Ankunft der Jäger:

So, jetzt aber zum Buch. “Wolfkisses – Die Ankunft der Jäger” bezeichnet sich selbst als Dark Fantasy mit Romance Elementen. Wie mir beim Lesen allerdings bewusst wurde, überwiegt sehr intensiv die Romance, das Darke habe ich bis auf ein paar kleine Stellen ehrlich gesagt nicht so bemerkt. Das kam für mich überraschend, war aber soweit in Ordnung, da der Romance-Anteil keine langweilige Standard-Liebesgeschichte war, sondern sich sehr bemüht hat, die klassischen Rollenbilder aufzubrechen. Auch insgesamt war Wolfkisses erfrischend anders…

Stärken des Buchs:

Fangen wir mit den Rollenbildern an. Katania de Groot entwirft ein Urban Fantasy Setting, in dem Frauen nicht die verliebten Dummchen sind und Männer, die zu viel Machtgehabe an den Tag legen, dafür Rechenschaft ablegen müssen. Hauptcharaktere sind ausnahmsweise zwei starke, selbstbewusste Frauen und ein Good Guy, der zwar ein bisschen dafür gemobbt wird, am Ende des Tages aber als Sieger hervorgeht.

Gut und Böse als Perspektivenfrage

Auch neben den Hauptcharakteren gibt es viele vielschichtige Charaktere, die nicht einfach gut oder böse sind. Sie haben gewisse Vorstellungen, moralische Grundsätze und Credos, die oft meilenweit auseinander gehen, und die Figuren deshalb zu Feinden machen. Dadurch, dass die Geschichte abwechselnd aus mehreren Sichten erzählt wird, erhält man Einblicke in alle Denkweisen. Somit bleiben die Beweggründe immer nachvollziehbar und das Buch spannend, weil man nicht weiß, zu wem man halten soll.

Luftig-leichter Stil

Mit lockerer Sprache führt de Groot die Leser durch die oft angenehm ungewöhnliche Handlung und lässt dabei die Romantik (und auch erotische Szenen) nicht zu kurz kommen. Man kann sich schön in die Charaktere verlieben!

Zwischendurch darf auch geschmunzelt bzw. gelacht werden, wenn wieder einmal der schwarze Humor zuschlägt, und auch sonst bleibt das (übrigens sehr schön gestaltete und sogar mit Triggerwarnungen ausgestattete) Buch gute Unterhaltung, die man schnell verschlingen kann.

Schwächen des Buchs:

Dennoch hat mir an manchen Stellen ein bisschen Tiefgang gefehlt. In gewissen Kapiteln geht alles schön gemächlich voran, dann, im nächsten passiert auf einmal alles Schlag auf Schlag und am Ende werden so viele Informationen in dem Raum geworfen, dass es schwierig ist, mitzukommen. Was mich auch gestört hat ist, dass viele Handlungsstränge einfach offen bleiben. Ich hätte mir zumindest für ein paar Dinge eine befriedigende Antwort in Band 1 erhofft. Vor allem auch, weil der mit einem richtig, richtig fiesen Cliffhanger endet.

Da die ganzen Rechtschreib-/Grammatik-/Formatierungsfehler in der zweiten Ausgabe kein Thema mehr sind und auch eine andere fragwürdige Kleinigkeit geändert wurde (ich sag nur versehentliche Inzucht!), werde ich mich dazu jetzt nicht mehr äußern. Was vergangen ist, sei vergangen und so.

Wolfkisses, Foto: M. D. Grand

Mein Fazit zu Wolfkisses:

Die zweite Ausgabe ist also sprachlich eine wesentliche Verbesserung gegenüber der ersten. Wer eine spannend-romantische Urban Fantasy-Sommerlektüre sucht, die sich nicht der klassischen Klischees bedient und wo die Ladys nicht gleich am Empfang ihre Gehirne abgeben, dem kann ich “Wolfkisses – Die Ankunft der Jäger” sehr ans Herz legen. Keine Schwarz-Weiß-Malerei, starke Frauen und ein ganz fieser Cliffhanger: 4 von 5 Sternen für Katania de Groots Debutroman.

P.S.: Wer die erste, fehlerhafte Version zuhause hat, darf sich gerne an die Autorin wenden, um die alte Auflage gegen die neue ausgetauscht zu bekommen! (Zu finden auf Twitter, Instagram, Facebook oder über ihre Website)

Dir hat diese Rezension von M. D. Grand gefallen? Hier gibt es mehr davon zu lesen!

Wolfkisses – Die Ankunft der Jäger

Katania de Groot

Romantasy
Softcover, 275 Seiten

erschienen im Selbstverlag

20. Mai 2019

ISBN 978-3964437860

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M. D. Grand

Auch wenn sie besonders oft Fantasy liest, wird prinzipiell jedes Buch gelesen, das unvorsichtig genug war, ihr in die Hände zu gelangen. Nur vor Krimis und Thrillern wahrt Marlen respektvollen Sicherheitsabstand, der sich bei begründetem Spannungsverdacht allerdings sehr schnell verringern kann. Wenn sie nicht gerade liest, haut sie wahrscheinlich gerade eifrig in die Tasten um ihre Roman voranzutreiben und ihre Figuren leiden zu lassen.

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