Wünsch dir was – Sternschnuppengeflüster [Rezension]

Wünsch dir was – Sternschnuppengeflüster [Rezension]

Amelie, Paula und Leni werden vor Herausforderungen gestellt, mit denen junge Mädchen in den Teens zu kämpfen haben: Liebeskummer, Selbstzweifel und Eltern, die nerven. Daraus kristallisieren sich Wünsche heraus, die für die Mädchen unerreichbar scheinen. Schließlich melden sie sich auf der App Sternschnuppengeflüster an und vertrauen auf das Versprechen der App, all ihre Wünsche bis zu den Sommerferien zu erfüllen.

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Darüber nachgedacht, welche Menschen aus meinem Umfeld dieses Buch unbedingt lesen sollten
  2. Mich an mein zwölfjähriges Ich erinnert
  3. Mir gewünscht, man hätte mir als junges Mädchen dieses Buch in die Hand gedrückt

Mein Eindruck zu Sternschnuppengeflüster:

Beim Lesen habe ich mich in die Zeit zurückgeworfen gefühlt, in der diese Themen auch mich berührt haben. Als ein großer Fan von Romanen, die sich selbstreflektiert aktuellen Themen annähern, fand ich Sternschnuppengeflüster schon beim Lesen des Klappentextes spannend. Jugendlichen das richtige Handwerkszeug zu geben, damit sie sich in den Medien, mit den Medien und im Internet bewusst und reflektiert aufhalten und verhalten können, ist nicht nur Aufgabe der Eltern. Sondern auch die der Autor*innen, Mentor*innen, Lehrer*innen, Impulsgeber*innen. Es ist die Verantwortung aller. Sofie Cramer hat mit diesem Buch einen wunderbaren Beitrag geleistet. Sie hat Botschaften in das Buch hineingeschrieben, die für junge Leser*innen sehr wertvoll sein können und einen starken Effekt haben können.

Stärken des Buchs:

Die Message des Buches und die Story spielt am Zahn der Zeit. Sofie Cramers Schreibstil ist so locker, dass man über die Seiten fliegt. Jugendlich und modern lässt Sofie Cramer ihre Leser*innen die Protagonistinnen kennenlernen. Auch, wenn sich das Buch an eine jüngere Zielgruppe richtet, ist es für Erwachsene erfrischend, lebhaft, unterhaltsam.

Die Handlung scheint wie aus dem Alltag gegriffen und die Selbstzweifel, Verlust- und Zukunftsängste wurden im Buch gut verpackt und auf einer charmanten Art thematisiert. Die abwechselnden Perspektiven lassen den/die Leser*in nah an die Protagonistinnen heran. Das schafft Sympathie – zwischen den Mädchen und zur/zum Leser*in.

„,Ich hab keine Wünsche, ehrlich! Ich habe doch euch und bin glücklich, dass wir uns kennengelernt haben!‘ Dankbar blickt Leni von einer zur anderen.“ (S. 262)

Besonders gut gefallen hat mir Lenis Entwicklung: Sie lernt, dass es auf innere Werte ankommt, statt auf das Äußere. Die Wunschapp zeigt den Mädchen, was das Geheimnis eines glücklichen, zufriedenen Lebens ist: Der Glaube an sich selbst. Eine Botschaft, die gut verpackt und sympathisch dargestellt in der Story einen wertvollen Platz findet.

Der Charakter der Protagonistin Paula ist mir während des Lesens besonders sympathisch gewesen: Sie ist bereit, alles für ihren Traum, Schauspielschülerin zu werden, zu tun und handelt vorbildlich, ohne ihren Herzenswunsch aus den Augen zu verlieren.

Sternschnuppengeflüster, Foto: Curly Sue Glander
Sternschnuppengeflüster, Foto: Curly Sue Glander

Schwächen des Buchs:

Das Einzige, das mir bei „Sternschnuppengeflüster“ negativ aufgefallen ist, ist die Handlung, sich mit Fremden aus dem Internet zu treffen. Dies hätte aus meiner Sicht stärkere Konsequenzen nach sich ziehen sollen oder kurz thematisiert werden sollen.

Mein Fazit:

Sternschnuppengeflüster würde ich jedem jungen Mädchen in die Hand drücken – denn genau dieses Buch hätte ich mir in diesem Alter gewünscht. Es ist lockerflockig geschrieben und vermittelt Botschaften, die in unserer modernen Welt wertvoll sind.

Du willst mehr von Curly lesen? Auf ihrer Autorenseite findest du eine Übersicht all ihrer Artikel.

Sternschnuppengeflüster

Sofie Cramer

Jugendbuch
Hardcover, 288 Seiten

erschienen bei Carlsen

30. April 2018

ISBN 978-3-551651846

 

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Curly über Antagonisten

Curly liest und hört Romane fürs Herz; Bücher, die sich nicht weglegen lassen, und Zeilen, die neue Perspektiven eröffnen. Grundsätzlich: Literatur, die zum Nachdenken verführt. Wenn sie kein Buch in der Hand hat, hat sie die Schreibmaschine (oder: das Notebook) vor sich und schreibt – als Journalistin, Autorin, Kulturanthropologin und im Marketing.

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