Poe im Romancefieber – Nevermore

Poe im Romancefieber – Nevermore

Die Cheerleaderin Isobel wird bei einem Schulprojekt dem Außenseiter Varen zugelost. Englische Literatur soll es sein, am besten Edgar Allen Poe. Das passt ja zu dem Goth, denkt sie, setzt sich aber trotzdem daran. Was als langweilige Schullektüre beginnt, entpuppt sich jedoch nach und nach als realer als gedacht. Sonderbare Wesen fangen an, Isobel zu verfolgen und Varen ist der einzige, der ihr helfen kann. Doch Varen steckt noch in viel größerer Gefahr und während sie versucht, ihn vor seinem eigenen Untergang zu bewahren, entwickelt sie zu allem Überfluss auch noch Gefühle für ihn…

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Überlegt ob ich mir den zweiten Teil kaufen soll.
  2. Mich gefragt, wann ich das nächste Mal so ein dickes Buch lesen werde.
  3. Noch einmal recherchiert, wie Band 2 und 3 sind uuund mich dagegen entschieden, denn…

Mein Eindruck zu Nevermore:

Ich hatte “Nevermore” ursprünglich gekauft, weil ich dachte: Juhu, endlich mal ein Jungendroman, der kein Dreiteiler ist. Tja. Falsch gedacht. Draufgekommen bin ich allerdings erst, als ich das Buch bereits durch hatte. Ist natürlich meine schuld (schlecht recherchiert), aber frustrierend war es trotzdem irgendwie. Und entstanden ist das Problem ja überhaupt erst, weil Teil 2 und 3 nie ins Deutsche übersetzt worden sind. Warum, fragt ihr euch? Habe ich mich auch gefragt. Direkt nachdem ich das Buch beendet hatte, war ich nämlich wirklich begeistert davon. Aber jetzt, nachdem ich es ein bisschen habe Sacken lassen…

Stärken des Buchs:

Mit einiger Distanz kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich die Sidekicks sehr unterhaltsam fand. Vor allem Gwen, Isobels Bruder und Pinfeathers haben mich mehrmals zum Lachen gebracht, was mir vermutlich beim Lesen den Eindruck vermittelt hat, dass ich das Buch sehr gut finde. Dazu ein bisschen Wissen über Edgar Allen Poe, ein paar Off-Mainstream-Charaktere, die sich sogar für ein Jugendbuch halbwegs normal verhalten, und eine Fantasywelt, die mal abseits von Glitzervampiren und halbnackten Gestaltwandlers sogar recht gruselig ausgefallen ist.

Schwächen des Buchs:

Im Grunde genommen war die Lovestory dann aber leider doch irgendwie sehr durchschnittlich, die Handlung recht vorhersehbar und manchmal auch ein bisschen langweilig, wenn Mr. Poe ein bisschen zu oft und zu lang zitiert wurde (was auch die manchmal nicht ganz sinnvollen Kapitelüberschriften bereits erahnen lassen, die allesamt seine Werke zitieren).

Nevermore. Foto: M. D. Grand

Mein Fazit zu Nevermore:

Alles in allem ein handfester (und zwar wirklich, bei 560 Seiten), unterhaltsamer Jugend-Romance-Roman, bei dem man sogar ein bisschen was lernen kann (vor allem wenn man keine Lust hat, Poes echte Storys zu lesen, die absolut alle zitiert werden). Zu sehr viel mehr hat Nevermore aber leider nicht gereicht, deshalb bleiben wir bei soliden 3,5 Sternen, wobei der halbe Stern einzig und allein Gwen gewidmet ist. Ich hätte das Buch liebend gerne aus ihrer Sicht gelesen!

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Nevermore

Kelly Creagh

Jugendbuch Romantasy [/ms_label]
Softcover, 560 Seiten

erschienen bei Loewe

01. März 2012

ISBN 978-3785573891


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M. D. Grand

Auch wenn sie besonders oft Fantasy liest, wird prinzipiell jedes Buch gelesen, das unvorsichtig genug war, ihr in die Hände zu gelangen. Nur vor Krimis und Thrillern wahrt Marlen respektvollen Sicherheitsabstand, der sich bei begründetem Spannungsverdacht allerdings sehr schnell verringern kann. Wenn sie nicht gerade liest, haut sie wahrscheinlich gerade eifrig in die Tasten um ihre Roman voranzutreiben und ihre Figuren leiden zu lassen.

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