Solider Zeitvertreib – Gestohlene Erinnerung

Solider Zeitvertreib – Gestohlene Erinnerung

Ein mysteriöses Phänomen hält die Welt in Atem: das sogenannte False-Memory-Sondrom. Menschen beginnen völlig aus dem Nichts sich an Dinge zu erinnern, die eigentlich nicht passiert sind. Ohne es zu wollen wird auch Inspector Barry Sutton damit konfrontiert und beginnt, zu ermitteln. Seine Spuren führen ihn zu Helena Smith, einer Neurowissenschafterin, die indirekt für das Syndrom verantwortlich ist. Ihre Erfindung hätte einst Heilung bringen sollen – jetzt gefährdet sie die ganze Welt…

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Über die Idee des Buches diskutiert.
  2. Versucht, das Buch meinem Diskussionspartner anzudrehen, um seine Meinung zu hören.
  3. Ein anderes Buch angefangen.

Mein Eindruck zu Gestohlene Erinnerung:

Ich habe noch nie etwas von Blake Crouch gelesen und wusste, bis ich “Gestohlene Erinnerung” in Händen hielt, nicht mal, dass es ihn gibt. Unvoreingenommen habe ich daher zu lesen begonnen und war auch schnell in der Story drin. Aus zwei Sichten erzählt Crouch die Geschichte des sogenannten Erinnerungsstuhls, der gebaut wurde, um Alzheimer zu besiegen, aber stattdessen für böse Machenschaften missbraucht wird. Halb Thriller, halb Sci-Fi mit ein bisschen (zu viel) Liebe. Eine spannende, aber von der Grundhandlung eigentlich einfach gestrickte Geschichte, die durch Pseudowissenschaftlichkeit und wilde Gedankensprünge vor allem gegen Ende hin leider immer verwirrender wurde.

Stärken des Buchs:

Das Buch war auf jeden Fall spannend (die erste Hälfte gar packend), hatte meistens ein gutes Tempo und ließ sprachlich gesehen nicht zu wünschen übrig. Der Stil wird in beiden Perspektiven gut umgesetzt, die verarbeiteten Ideen innovativ und die Charaktere zwar durschnittlich, aber zumindest nicht nervig. Ich habe es relativ schnell bis zum Ende durchgelesen.

Schwächen des Buchs:

Trotzdem konnte es mich nicht wirklich überzeugen. Die Ideen waren innovativ, aber ein bisschen seeehr pseudowissenschaftlich. Ich konnte (auch als Medizinstudentin) den Ausführungen zum Erinnerungsstuhl irgendwann nicht mehr wirklich folgen (und wollte es auch gar nicht mehr), außerdem klang einiges sehr an den Haaren herbei gezogen.

Zeitschleifen und immer kürzer werdende Sprünge haben das Ende ein bisschen überstrapaziert: Was als spannende Handlung begann, wurde gegen Ende zu einer nichtssagenden Liebesgeschichte, die über gefühlte 1000 Zeitschleifen immer wiederholt wurde; und auch die Beschreibungen, von denen das Buch gelebt hat, wurden immer kürzer. Das Finale war dann auch recht vorhersehbar und hinterließ ein bisschen einen faden Nachgeschmack. Ich hätte mir ein bisschen mehr gewünscht!

Mein Fazit zu Gestohlene Erinnerung:

Als mittelmäßiges Lesevergnügen für Zwischendurch lasse ich “Gestohlenen Erinnerung” aber auf jeden Fall durchgehen. Je nachdem, wie viel Gehirn man beim Lesen aufwenden will, lässt es sich leicht lesen oder als Diskussionsgrundlage verwenden, zu viele Antworten sollte man sich jedoch nicht erwarten. Ein solider Zeitvertreib, daher glatte 3 von 5 Sternen.

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Gestohlene Erinnerung

Blake Crouch

Thriller Sci-Fi[/ms_label]
Softcover, 432 Seiten

erschienen bei Goldmann

16. März 2020

ISBN 978-3442206018


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