Selfpublishing und Crowdfunding – Zwei Autorinnen und ihr Ding

Selfpublishing und Crowdfunding – Zwei Autorinnen und ihr Ding

Catherine Strefford veröffentlicht ihren Roman „Nur kurz leben“ selbst. Dafür bedient sie sich des Crowdfundings, wie ich es auch bei „Hanover’s Blind“ gemacht habe. In diesem Artikel möchten Catherine und ich euch ein paar Hintergrundinfos zum Thema Crowdfunding geben: Wie werden Bücher durch Crowdfunding auf den Weg gebracht, wie sieht das Marketing aus, und warum ist Crowdfunding eigentlich so wichtig?

Darum geht es in “Nur kurz leben” von Catherine Strefford

In Catherine Streffords „Nur kurz leben“ geht es um den achtundzwanzigjährigen Richie, der die Schnauze voll hat. Immer hat er sich an die Regeln gehalten, das Leben gab ihm trotzdem nichts. Er beschließt es selbst in die Hand zu nehmen und hilft seinem Leben ein bisschen auf die Sprünge: er klaut Geld bei einer Tankstelle und flüchtet mit gut vierzehntausend Euro und einem geklauten Auto in Richtung Süden.
Dumm nur, dass auf der Rückbank Leon schläft …

Selfpublisherinnen und die Markttauglichkeit

Kia über Kurzgeschichten

Kia sagt: “Als ich Hanover’s Blind veröffentlichen wollte, wusste ich, dass die Veröffentlichung professionell ablaufen soll. Ich habe mich erst bei Kleinverlagen beworben, und auch tatsächlich drei Zusagen erhalten. Aber ein Verlag wollte, dass meine Geschichte „schwuler“ wird, der andere wollte, dass ich eine Reihe daraus mache, und der dritte fand das Buch toll, brauchte aber 100 Seiten mehr Inhalt bei gleicher Story, damit mein Buch markttauglich wird. Die Sache mit der Markttauglichkeit kaufe ich Verlagen aber nicht mehr ab, schon lange nicht mehr. Kurze Bücher treffen genau den Zeitgeist der Gesellschaft: Wir haben wenig Zeit, alles muss schnell gehen, und unsere Konzentrationsfähigkeit hat angeblich abgenommen. Catherine, in welchen Bereichen weichst du von der „markttauglichen Norm“ ab, und inwiefern glaubst du, dass „Nur kurz leben“ trotzdem einen Markt hat?”

Catherine sagt: “Mit Richie und Leon habe ich versucht reale Personen zu schaffen, die agieren wie Menschen eben agieren: unbedacht, chaotisch, nicht immer nachvollziehbar. Ich wollte keine Figuren, die vorhersehbar sind und immer nur nach Schema F handeln, die nicht impulsiv sind oder nur ein Klischee. Ich glaube, dass es gerade diese Figuren sind, mit denen man sich als Leserin oder Leser gut identifizieren kann, da auch ich als Lesende solche Figuren bevorzuge.
Mit voraussichtlich etwa 140 Buchseiten ist „Nur kurz leben“ im Vergleich zum Markt ein sehr dünnes Buch. Trotzdem funktioniert die Geschichte und erzählt was sie zu erzählen hat. Es braucht keine seitenlangen Ortsbeschreibungen oder ähnliches, um die Geschichte besser zu erzählen. Sie wird nicht besser, nur anders, vielleicht sogar verwässert, weil sie dadurch künstlich in die Länge gezogen wird. Das kann man mögen oder nicht, aber für diese Geschichte ist es so genau richtig in meinen Augen.
Und wenn ich mich in der Buchcommunity umschaue, gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass besonders gern zu SP-Büchern gegriffen wird, wenn nach unkonventionellen, nicht „glatt gebügelten“ Figuren und Geschichten gesucht wird.”

Marketing-Strategien für das Buchdebüt

Wir sind zwei Autorinnen, die einiges gemeinsam haben. Wir machen unser eigenes Ding und wollen unsere Geschichte mit der Welt teilen. Wichtig ist dabei natürlich, die eigenen Worte so in Buchform zu packen, dass wir damit zufrieden sind. Auch die Handlungs- und Entscheidungsgewalt hinsichtlich Cover, Lektorat und Marketing gehört zum Selfpublishing dazu. Inzwischen sind selbst veröffentlichte Bücher mitunter genauso professionell und hochwertig wie Werke von Großverlagen. Die größte Hürde für uns als Selfpublisherinnen ist allerdings das Marketing.

Kia über Kurzgeschichten

Kia sagt: “Es ist super schwer für eine Selfpublisherin, in den Buchhandel zu kommen. Meine Novelle habe ich bewusst in das Setting „Hannover, 2018“ gesetzt, um lokal in die Buchhandlungen zu kommen. Für mein Marketing, begonnen schon beim Crowdfunding-Marketing, habe ich natürlich die Themen aus dem Buch extrahiert und beispielsweise in Pressemitteilungen verpackt. Der Blindenverband hat etwas über meine Kampagne abgedruckt, das inzwischen leider insolvente Radio Leinehertz hat mich interviewt, und in Hannover sind auch Lesungen von meinem Buch oder Vorträge zum Thema Crowdfunding gern gesehen. Wie ist das bei dir, Catherine? Welches Marketing machst du, welche Multiplikatoren erreichst du und wie wirst du dein Buch später nach dem Crowdfunding aktiv verkaufen?”

Catherine sagt: “Ich setze bei meinem Debüt sehr auf Social Media und die Buchcommunity. Mich als Person kennt man dort schon, jetzt gilt es, vermehrt auch auf mein Buch und die Geschichte darin hinzuweisen. Das versuche ich mit Hilfe von wunderbaren Bloggerinnen und Bloggern, die mich dabei unterstützen. Artikel und Interviews wie dieses, die noch mehr von mir als Autorin, als Mensch preisgeben und gleichzeitig Einblicke zur Entstehung des Buches oder der Geschichte geben.
Da es mein Debüt ist, befürchte ich, dass ich für die Presse und ähnliches noch nicht interessant genug bin, werde aber natürlich trotzdem versuchen, über den Aspekt der Lokal-Autorin, trotzdem in Zeitungen und lokalen Geschäften entsprechenden Raum zu bekommen und noch mehr potentielle Unterstützer und Leser zu gewinnen. Auch Lesungen oder Messebesuche kann ich mir gut vorstellen und beides steht auf meiner Agenda.”

Lass uns über Geld reden!

Doch bevor ein Buch verkauft werden kann, muss es hergestellt werden. Eine Lektorin verdient um die fünf Euro pro Normseite, das Korrektorat benötigt etwa zwei. Ein Coverdesigner siedelt sich preislich im mittleren dreistelligen Bereich an, und der Buchsatz kostet meist in etwa ebenfalls so viel wie das Cover. Diese Kosten werden ergänzt durch die Kosten der Veröffentlichung, VLB-Eintragung, Druck inkl. Probeexemplare und nicht zuletzt der teuerste Kostenpunkt: Das Marketing.

Catherine sagt: “Oh ja, da ist einiges an das man denken und um das man sich kümmern muss. Mein erstes Buch und ich habe mich bewusst für das Selfpublishing entschieden. Ich war schon immer eine Selbermacherin und der Gedanke Cover oder Buchsatz oder Teile der Geschichte aufgeben zu müssen … unerträglich.
Als selbstständige Mediengestalterin habe ich das Glück, dass das Cover und der Buchsatz mich nur meine Freizeit kosten, da ich das selbst übernehme. Ich will dem Buch aber unbedingt auch ein Lektorat und Korrektorat gönnen. Das hat es verdient, ich als Fehler machender Mensch habe das verdient. Aus eigener Tasche kann ich es aktuell aber leider nicht vorstrecken – und das tut man als Selfpublisherin ja nun mal, Geld vorstrecken, bis das Buch auf den Markt kommt und das Geld hoffentlich wieder einbringt.”

Kia über Kurzgeschichten

Kia sagt: “Bei mir ist es kein Geheimnis, dass ich auf mein Crowdfunding draufgezahlt habe. Ich wollte meine Kampagne hauptsächlich als Marketing-Booster haben und mich an den Break Even heranpirschen. Den habe ich inzwischen erreicht: Mit Hanover’s Blind komme ich bei Plus / Minus Null raus. Für mich als Buchsetzerin und Lektorin ist das völlig in Ordnung, denn meine Bücher sind das Marketing für meine schriftstellernahen Dienstleistungen. Und die Nominierung zum Deutschen Selfpublishing Preis ist auch nicht von der Hand zu weisen, so kurz die Freude bis zur Bekanntgabe der Shortlist auch war. Wirst du beim Crowdfunding auch draufzahlen, oder sammelst du von der Community alles, was du für den kompletten Start ins Leben einer veröffentlichten Autorin benötigst?”

Catherine sagt: “Ich bin mir fast sicher, dass ich drauf zahlen werde. (lacht) Aber das ist in Ordnung für mich. Es ist mein Debüt und hier gilt meine Priorität dem Veröffentlichen und wenn ich am Ende, so wie du, bei Plus / Minus Null herauskomme, bin ich mehr als glücklich. Mich veröffentlichte Autorin nennen zu können, dass Leute mich kennen und wissen, dass ich ein Buch geschrieben habe, es lesen, das ist der Traum, das ist mein Ziel. Alles darüber hinaus sehe ich aktuell als Bonus.
Natürlich möchte ich, dass mein Buch gefällt, aber ich weiß auch, dass es nicht jedem gefallen wird. Es wäre herrlich, so wie du, nominiert zu werden oder einen Preis zu gewinnen, aber auch das wäre nur eine wunderbare Kirsche auf dem Sahnehäubchen.
Es ist mein erstes Buch, alles was kommt liegt im Dunkeln, ich lerne unglaublich viel, werde besser in so vielen Dingen und auch das sehe ich alles als Gewinn.”

Dankeschöns: Das bekommt ihr beim Crowdfunding!

Crowdfunding ist mehr als nur marketing-starkes Geldsammeln. Die Unterstützerinnen und Unterstützer, die „Nur kurz leben“ helfen, auf dem Buchmarkt zu erscheinen, erhalten Rewards, so genannnte „Dankeschöns“. Bei Kia gab es eine Tasse mit dem Motiv des Buchcovers, die Bücher selbst, eine Stadtrundführung, eine Wohnzimmerlesung, Buchpakete mit Exemplaren zum Verschenken, sowie eine exklusiv fürs Crowdfunding produzierte Hardcover-Sonderedition von „Hanover’s Blind“.

Catherine sagt: “ch habe mich auf das Wesentliche konzentriert: das Buch. Als Dankeschön gibt es zum Beispiel das Taschenbuch mit persönlicher Widmung oder auf Wunsch mit namentlicher Erwähnung in der Danksagung.
Außerdem biete ich ein illustriertes Hardcover an. Dieses kann man während der Kampagne auch limitiert mit Anmerkungen und Markierungen von mir erhalten, um die Geschichte auf einer weiteren Ebene zu erleben.
Man kann als Dankeschön auch ein Geschenk-Set bekommen: ein Buch für sich selbst und zwei weitere zum Verschenken oder man behält einfach alle, ganz wie man mag. (lacht)
Als größtes Dankeschön kann man einen der limitierten Plätze für eine Lesung in meinem Wohnzimmer erhalten.”

Kia über Kurzgeschichten

Kia sagt: “Liebe Catherine, sag unseren Leserinnen und Lesern doch einmal in einem Satz, warum sie „Nur kurz leben“ unterstützen sollten.”

Catherine sagt: “Weil sie mein Debüt damit nicht nur unterstützen, sondern sie werden ein Teil davon; der Teil der es möglich macht einen Traum zu verwirklichen und wenn das kein gutes Gefühl und gutes Karma gibt, was dann?”

Das Crowdfunding für „Nur kurz leben“ geht vom 28. Oktober bis zum 1. Dezember. Klickt auf den folgenden Link und unterstützt Cathys Debüt, wenn ihr mögt. Wählt aus verschiedenen Dankeschöns wie dem Taschenbuch mit persönlicher Widmung oder dem limitierten Hardcover das perfekte für euch aus. Teilt diesen Beitrag, teilt den Link zur Kampagne, erzählt es weiter. Seid Teil von Cathys Debüt und verfolgt es von diesem Moment bis zur Veröffentlichung.

 

 

Kia über Kurzgeschichten

Kia liest. Nicht nur Sachbücher zur persönlichen Entwicklung und Schreibratgeber, sondern auch Entwicklungsromane, nerdige Science Fiction und alles, was zwischen Utopie und Dystopie ein bisschen Drama angereichert hat. Beim Buchensemble gibt sie hin und wieder Einblicke in ihre Reiseberichte, die sie beim Durchqueren spannender Welten anfertigt.

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