Seitenwandler

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Isabel ist die Bloggerin hinter “Seitenwandler”. Sie liebt persönliche Geschichten, Charakterentwicklungen, Familien und das Wahre in den Büchern. Im Monat September ist Isabel unsere Buchbloggerin des Monats, und in diesem Artikel durften wir ihr einige Fragen stellen. Vorhang auf für Seitenwandler!

Isabel ist seit ihrer Kindheit begeisterte Leserin und fragt sich, warum sie erst 2017 mit dem Bloggen begonnen hat. Auf ihrem Blog „Seitenwandler“ findet man Rezensionen zu Romanen, Bücher über Frauen, die sich in Abenteuer stürzen, Sachbücher und Bemerkenswertes. Da die Zeit mit zwei Töchtern und einem Vollzeitjob oft knapp ist, wird auch über Hörbücher berichtet.

Warum betreibst du deinen Buchblog?

Tatsächlich bin ich irgendwie zufällig dazu gekommen. Ich wollte gerne Bloggen und war mir immer unschlüssig zu welchem Thema. Dann habe ich vor zwei Jahren mitbekommen, dass in Heidelberg ein Literaturcamp stattfindet. Das war sozusagen die Initialzündung. Letztlich frage ich mich heute noch, warum ich nicht früher auf die Idee gekommen bin über Bücher zu bloggen. Lesen und Bücher sind immer schon meine Lieblingsbeschäftigung gewesen. Manchmal verliert man tatsächlich die Herzensdinge etwas aus den Augen.

Was magst du an Büchern?

Ich mag das Eintauchen in Geschichten. Die Vielfalt an Unterhaltung, die ich mit Büchern, je nach persönlicher Stimmung, erreichen kann. Ich lerne gerne neue Themen und Denkweisen kennenzulernen, gerade um selbst im Kopf „nicht stehen zu bleiben“. Mehr und mehr schätze ich auch gute Sachbücher und ich mag die Inspiration aus Erfahrungsberichten/ Lebensgeschichten. Letztlich gibt es für mich auch fast keinen besseren Geruch als der eines neuen Buches und den „magischen“ Moment die ersten Seiten aufzuschlagen.

Welche sind deine liebsten Genres und warum?

Romane und persönliche Geschichten (Lebenserfahrungen, Reiseberichte) lese ich sehr gerne. Romane über Entwicklungen in der Persönlichkeit oder innerhalb von Familiengefügen. Je nach Stimmung auch einen Krimi, der darf aber nicht zu „blutrünstig“ sein.

Wie wichtig sind Buchblogger*innen deiner Meinung nach für die Buchbranche?

Für die Buchbranche sind Buchblogger ein guter und wichtiger Kanal zu den unterschiedlichsten Zielgruppen. Gerade jüngere Leser werden über die Präsenz in den sozialen Medien und auf Blogs direkter angesprochen. Blogger/innen sind,meiner Ansicht nach, mittlerweile ein wichtiges Marketinginstrument für Verlage, denn die „klassische Buchbesprechung“ in Tageszeitungen ist eher antiquiert. Die liebevolle Aufbereitung eines Buches in einem Blogbeitrag bzw. die Begeisterung über ein Buch bewirkt sicher deutlich mehr. Da die jüngeren Generationen die „klassischen“ Marketinginstrumente nicht mehr nutzen, sondern ihre Informationen über andere Kanäle beziehen, wird die Position von Bloggern/innen immer wichtiger werden.

Was sind deine Top 10 Bücher aller Zeiten?

  • „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling- Malik Verlag
  • „Loyalitäten“ von Delphine de Vigan – Dumont Verlag
  • „Eine Million Minuten“ von Wolf Küper- Knaus Verlag
  • „Über alte Wege“ von MathijsDeen– Dumont Verlag
  • „White out“ von Anne von Canal- mare Verlag
  • „Das Licht ist hier viel heller“ von Mareike Fallwickl- Frankfurter Verlagsanstalt
  • „Das große Los“ von Meike Winnemuth- Knaus Verlag
  • „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling- Malik Verlag
  • „Beschreibung einer Krabbenwanderung“ von Karosh Taha– Dumont Verlag

…und natürlich unbedingt: „Harry Potter“ von J.K. Rowling – Carlsen Verlag

Was wünscht du dir für die Zukunft im Umgang zwischen Verlagen und Bloggenden?

Einen freundlichen Umgang auf Augenhöhe und gegenseitige Wertschätzung. Vielleicht auch die eine oder andere Veranstaltung, die als Kernthema genau diese Zusammenarbeit hätte, um ggf. gemeinsam neue Wege zu beschreiten.

Welche Erfahrung hast du mit Büchern von Selfpublishern gemacht?

Bisher gute. Ich habe leider bisher relativ wenige Selfpublisher gelesen. Die, die ich gelesen habe, mochte ich sehr und fand das Miteinander dazu sehr angenehm.

Was wünscht du dir für die Zukunft im Umgang zwischen Selfpublishern und Bloggenden?

Auch hier wünsche ich mir einen freundlichen Umgang. Ja, manchmal nerven „Rundmails“, die sich nicht wirklich mit dem eigenen Blog beschäftigt haben. Eine höfliche Absage, kann man dem Gegenüber aber trotzdem zukommen lassen. Natürlich wünscht man sich, dass die Selfpublisher sich näher mit den Blogs beschäftigen, aber man kann, wie im normalen Geschäftsleben auch, hier sicher nicht von jedem die entsprechende Professionalität erwarten.

Lesen die Menschen immer weniger? Welchen Trend beobachtest du?

Ich glaube schon, dass die Menschentendenziell weniger Lesen. Das liegt vielleicht daran, dass immer weniger Zeit vorhanden ist und gleichzeitig die Tendenz sich zur Entspannung in Richtung „berieseln“ zu lassen via Netflix etc. Lesen ist dann letztlich doch eine proaktive Handlung. Andererseits kann ich bei meiner kleinen Tochter in der Grundschule sehen, dass aufgrund des Schulengagements ein Hype zum lesen entsteht, gerade was Buchserien betrifft. Das ist eine tolle Entwicklung, setzt aber viel Enthusiasmus beim Betreiben einer Schulbibliothek und Leseveranstaltungen voraus.

Wo siehst du deinen Buchblog in fünf Jahren?

Das ist eine interessante Frage, vorallem weil es natürlich fraglich ist, ob das Blogkonzept in 5 Jahren überhaupt noch so funktionieren wird. Durch die Geschwindigkeit des Alltags ist die Tendenz zu „kurzen“ Infos jetzt schon gut zu erkennen, was man an der Verlagerung in Richtung Instagram erkennen kann. Auch Podcast spielen aktuelle immer eine größere Rolle. Durch die vielen Vorgaben bspw. DSGVO wird es immer komplexer einen Blog als „Hobby“ zu betreiben. Ich würde gerne das Thema Podcast angehen und diese mittelfristig in Kombination zum Blog betreiben. Ich hoffe aber, dass ich in fünf Jahren immer noch so viel Spaß am bloggen haben werde und bin selbst gespannt, was mir bis dahin noch so an Themen und Menschen begegnen wird.

 

Schaut bei Seitenwandler.de vorbei und hinterlasst gerne liebe Grüße vom Buchensemble 😉

Das Buchensemble besteht aus sieben Rezensent*innen, die zugleich auch Bücher schreiben. Durch unsere Erfahrungen als Schreibende geben wir unseren Rezensionen die gewisse Tiefe.

Artikel, die vom Buchensemble geschrieben sind, sind entweder allgemein gehalten oder eine Gemeinschaftsleistung des Teams.

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