Was willst du? – Loslassen [Rezension]

Was willst du? – Loslassen [Rezension]

Katharina Finke macht sich in “Loslassen” auf, die Welt zu sehen. Das biografische Buch beschreibt ihre Erlbenisse im Au Pair und wie sie all ihre Besitztümer losgeworden ist, um endlich als Minimalistin mit leichtem Gepäck durch die Welt zu ziehen.

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Versucht, das Buch weiterzulesen
  2. Versucht, etwas für mich mitzunehmen
  3. Ein anderes Buch gelesen; konkret: “Das kann doch weg!” von Fumio Sasaki

Mein Eindruck zu Loslassen:

Loslassen* ist ein Buch, das mich als angehende Minimalistin begeistern sollte. Das Cover zeigt Modernität und verspricht, spannend zu werden. Ich suche Gleichgesinnte, die Bücher schreiben und mit ihrem Lebensweg mehr oder weniger erfolgreich sind. Denn ich bin digitale Nomadin; inzwischen zwar eine, die eher von zu Hause arbeitet und reisen könnte. Dennoch erwarte ich von diesem Buch ein Verbundenheitsgefühl, das mir Inspiration und Tschakke gibt, mich in meinem Weniger-Besitzen-Wollen zu stärken und entsprechend Tipps zu geben.

Stärken des Buchs:

Die Vorgeschichte zu “Loslassen” ist super. Sie deckt sich mit meinen Erfahrungen, ich fühle mich angesprochen und gut. Auch ist der Schreibstil wie auch der Charakter von Katharina Finke irgendwie sympathisch. Etwas haben die Autorin und ich gemeinsam. Das Buch ließe sich super lesen und enthält eine super Biografie einer Person, die noch nicht viel, aber wenigstens ein Erlebnis in ihrem Leben erlebt hat, wenn es nicht meinen Erwartungen entgegen völlig anders war als gedacht.

Generell ist dieses Buch schön zum Wegträumen und miterleben, man muss irgendwie Empathie für Fußballfans haben und selbst in einem eher reichen Umfeld des Wohlstands aufgewachsen sein (was bei mir beides nicht der Fall ist), dann ist dieses Buch sicher eine schöne Erfahrung auf 224 Seiten.

Schwächen des Buchs:

Nach etwa dem ersten Drittel musste ich “Loslassen” von Katharina Finke abbrechen. Es ging einfach nicht mehr.

Das soll nicht bedeuten, dass das Buch an sich schlecht ist oder dass ich dieses Buch für nicht lesenswert halte, aber es trifft einfach nicht meine Erwartungen. Auf Loslassen bin ich getroffen, als ich in der Buchhandlung meines Vertrauens nach Büchern gefragt haben, die sich mit “Minimalismus, nur krasser” beschäftigen. Ich wurde an einen Büchertisch gebracht, auf dem sich sämtliche Bücher von Reisenden befanden, die all ihr Zeug losgeworden sind, um eine Weltreise oder gleich das Leben eines (digitalen) Nomadens in die Tat umzusetzen.

Leider gibt genau dieser von mir erwünschte Teil des Buches einen Bruchteil der Geschichte wieder. Es wirkt alles so einfach, so oberflächlich, so nebensächlich. Ich konnte rein gar nichts für mich mitnehmen; im Gegenteil! Die Autorin und Protagonistin dieses Buches ist behütet, reich, von Freunden und Fremden umgeben, die ihr alles geben, was sie benötigt. Aus dieser extrem privilegierten Position einfach mal loszureisen und Materiellem keinen Wert beizumessen, ist kein Problem, wenn man derarten Luxus im Leben genießt und sich dennoch darstellt, als sei man angesichts des Studentenalters “normal privilegiert”. Ich habe ganz klar die Zielgruppe verfehlt.

Ich empfand Katharina Finkes Geschichte nicht einmal als inspirierend, weil sie so fernab meiner Realität ist. Klar, ich könnte ihr nachmachen und ähnliches erleben, aber für was? Das ist das, was ich in diesem Buch vermisse. Für was tut sie das? Für was würde ich es tun?

Im Großen und Ganzen liest sich “Loslassen” von Katharina Finke wie eine 18er-Autobriografie. Also eine Biografie einer Person, die noch nichts erlebt und nichts getan hat, aber meint, die Welt und das Leben verstanden zu haben. Das schmerzt und lässt mich diesen Buchkauf ähnlich stark bereuen wie den von Alle Vögel unter dem Himmel, obwohl mir dieses Buch geschenkt worden ist.

Mein Fazit Loslassen von Katharina Finke:

Loslassen* von Katharina Finke zeigt, wie man sich in der Welt zuhause fühlen kann, wie man sich überwinden und losziehen kann und sich dabei von dem löst, was einen belastet. Das Buch ist inhaltlich nett, vom Schreibstil her ganz okay, und von der Geschichte definitv authentisch. Dennoch hat mich die Geschichte null bewegt, außer dazu, das Buch abzubrechen, weil es mir einfach nicht gegeben hat, was ich erwartet habe.

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Loslassen

Katharina Finke

Biografisch
Softcover, 224 Seiten
erschienen bei Malik
1. März 2017
ISBN 978-3-890294810

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Kia über Kurzgeschichten

Kia liest. Nicht nur Sachbücher zur persönlichen Entwicklung und Schreibratgeber, sondern auch Entwicklungsromane, nerdige Science Fiction und alles, was zwischen Utopie und Dystopie ein bisschen Drama angereichert hat. Beim Buchensemble gibt sie hin und wieder Einblicke in ihre Reiseberichte, die sie beim Durchqueren spannender Welten anfertigt.

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