Rauchen, saufen, bisschen Leben hassen – Looking for Alaska

Rauchen, saufen, bisschen Leben hassen – Looking for Alaska

Miles ist zuhause unbeliebt, doch als er auf ein Internat kommt, freundet er sich mit den seiner Meinung nach coolsten Leuten an. Darunter ist Alaska, die mehr als alle anderen raucht, säuft und feiert. Miles verknallt sich in sie, obwohl sie einen Freund hat. Doch das ist das kleinste Problem.

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Mir geschworen, erst mal keine Bücher über Jugendliche zu lesen
  2. Mich geärgert, das Buch überhaupt gewählt zu haben
  3. Das Buch zurückgegeben

Mein Eindruck zu Looking for Alaska:

Mich erinnerte der Titel „Looking for Alaska“ an das Buch „Saving June“, das ich so gefeiert habe. (Die Rezension ist ebenfalls hier beim Buchensemble zu finden.) Tatsächlich war die Geschichte dann ähnlicher als gedacht, leider aber nicht genauso gut. WARNUNG: Ich werde in der Rezension spoilern.

Stärken des Buchs:

Leider muss ich echt überlegen. Es ist sprachlich nicht kacke, die Geschichte ist schön rund und der Höhepunkt kam für mich überraschend. Ha! Ich weiß eine Sache! Als Alaska stirbt (ja, das ist der Spoiler), finde ich die Reaktion des Erzählers und der anderen absolut authentisch. Das war ein guter Moment und da hab ich auch noch erwartet, dass es vielleicht doch noch gut wird.

Schwächen des Buchs:

Der Erzähler ist kein übler Typ, finde ich. Man kann es mit ihm aushalten. Irgendwie. Er mag letzte Worte und ist insgesamt immer ein Loser gewesen, aber im Internat gehört er plötzlich zu den Coolen. Mein Problem ist stattdessen Alaska. Miles verliebt sich sofort in sie, obwohl sie ein totaler Vollpfosten ist. Sie raucht schnell und viel, weil sie sterben will. Sie säuft und flirtet mit Miles, obwohl sie einen Freund hat. Sie ist ein asoziales Miststück und der Erzähler und die anderen machen mit. Das ist der zweite Negativpunkt. Ständig sind alle besoffen und am Rauchen. Erwachsene werden grundsätzlich als dumm dargestellt. Miles‘ Eltern findet er nervig und weinerlich, die Regeln des Internatpersonals werden ignoriert und belächelt. Ich bin diese Werke über die ach so missverstandene Jugend ja leid.

Looking for Alaska, Hörbuch auf dem Laptop. Foto: Magret Kindermann
Looking for Alaska, Hörbuch auf dem Laptop. Foto: Magret Kindermann

Bei all der Sauferei fährt Alaska schließlich betrunken in ein Polizeiauto und stirbt. Nach ein bisschen Trauer wollen die Jungs herausfinden, warum sie starb und ob es mit Absicht war. Das ist aber auch nichts Richtiges, denn vor allem schreien sich alle an und das Ende ist ohne Lösung. Das Buch hört einfach auf. War mir egal, denn keine der Figuren war sympathisch.

Mein Fazit zu Looking for Alaska:

Mich langweilen diese Bücher so. Ich hab nichts gegen Jugendliche, die Alkohol trinken und sich missverstanden fühlen. Aber warum lesen die Leute nicht „Der Fänger im Roggen“ und stattdessen diesen Mist? Ich glaube, mich stören diese ganzen glorifizierten Frauenfiguren in diesen Filmen, die nur mit Masken herumlaufen und das total cool gefunden wird. Was ist mit ehrlichen, echten Frauen? Mit tiefgängigen Gesprächen? Mit Menschen, die sich ihren Dämonen stellen, anstatt sie wegzusaufen? Ach. Ich bin verärgert.

Du willst mehr von Magrets Rezensionen lesen? Hier gelangst du auf ihre Rezensentinnenseite.

Looking for Alaska / Eine wie Alaska

John Green

Jugendbuch ab 14
Softcover, 304 Seiten

erschienen bei dtv

01. Juni 2009

ISBN 978-3-596296590


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