Wenn Zombies durch die Stadt spazieren – Killing Zombie & Kissing You [Rezension]

Wenn Zombies durch die Stadt spazieren – Killing Zombie & Kissing You [Rezension]

In „Killing Zombies & Kissing You“ erzählt Beatrix Röenbeck in der Ich-Perspektive von ihrem Leben in einer Zombie-Apokalypse. Mit kreativen und cleveren Strategien hat sie sich eine Art und Weise erarbeitet, den Zombies auszuweichen. Wir begleiten Bea als Leser*innen in ein Abenteuer, das plötzlich und ungehindert auf sie zu steuert.

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Mich gefragt, wohin und zu wem ich gehen würde, wenn eine Zombie-Apokalypse startet
  2. Mich daran erinnert, dass es bald eine neue Staffel meiner Lieblings-Zombie-TV-Serie geben wird
  3. Über den Schreibstil und die vielen Gedanken, die Magret in ihr Buch untergebracht hat, gefreut

Mein Eindruck zu „Killing Zombies & Kissing You“:

Die Welt befindet sich in eine Zombie Apokalypse und Beatrix Röenbeck balanciert  in „Killing Zombies & Kissing You“ auf dem gefährlichen Pfad des Sich-ständig-vor-Zombies-verstecken-müssen’s. Sie kämpft sich von Haus zu Haus, von Straße zu Straße und erkennt die Aussichtslosigkeit im einsamen Überleben. Bis sie plötzlich eine Botschaft von Simon, einem Bekannten aus der Schule, erhält und merkt, dass sie nicht der einzige lebende Mensch unter unzähligen Untoten in der Stadt zu sein scheint. Sie wirft sich in ein Abenteuer und landet letztendlich nicht nur bei einer Gruppe von Menschen, die auf der Suche nach einem sicheren Stützpunkt sind, sondern auch bei wahren, ungetrübten Gefühlen.

Killing Zombies and Kissing You - Foto: Curly Sue Glander
Killing Zombies and Kissing You – Foto: Curly Sue Glander

Stärken des Buchs:

Bea ist eine Überlebenskünstlerin und wird zu einer Heldin, die für die Liebe nicht über Leichen, dafür aber „über Zombies geht“. Sie ist stark, mutig und eine Frau, die das Leben und das was es hervorging mehr und mehr zu schätzen lernt. Das macht sie für mich unglaublich sympathisch. Beas entwickelt sich mit der Geschichte in einer Stadt voller Zombies, wo doch noch Liebe und Menschlichkeit existiert. Sie beweist, wie mutig und stark sie ist.

Mir hat der ehrliche und zugleich smarte wie auch lockere Schreibstil von Magret sehr gefallen. Mit einfachen, bedeutenden Worten und etwas Humor erzählt Magret eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt.

Die Geschichte steckt voller Spannung und fällt schwer, aufzuhören. Aufgelockert wird dies durch heitere Momente, in denen sich kleine Weisheiten verstecken.

“Meine Mutter fragte sich immer, ob es sie noch in fünf Jahren beschäftigen würde, wegen was sie sich Sorgen machte. Meistens war die Antwort nein, sagte sie. Meine Antwort lautet ja. Morgen, in fünf Jahren, in dreißig Jahren, in hundert Jahren. Solange ich lebe. Dieser Gedanke geht nicht weg.”

Auch gefallen hat mir, wie Bea bewusst wurde, kleine und auch große Dinge mehr wertzuschätzen, statt sie als Selbstverständlichkeit anzusehen. Es vermittelt eine sehr bedeutsame und wichtige Botschaft, wie ich finde.

“Glücklichsein ist nicht schwer, denke ich. Für einen langen Zeitraum kann keiner damit rechnen, aber für Momente schon. Frische Unterhosen machen mich glücklich, warmes Essen, und zwar reichlich, Überraschungen, andere Menschen und ein Plan für die Zukunft..”

Schwächen des Buchs:

Ich hätte mir gewünscht, mehr über den Grund für die Apokalypse zu erfahren. Da die Geschichte sich aber auf das Leben während der Apokalypse und auf die Protagonisten fokussiert, ist es für mich absolut okay.

Mein Fazit zu Killing Zombies and Kissing You:

Mit den Themen in der Story, die Magret im locker-direktem Schreibstil verpackt hat, hat sie mich überzeugt und Gedanken geschaffen, über die ich innerlich gern philosophiere. „Killing Zombies & Kissing You“  ist ein inspirierendes Buch, das ich auch gerne ein weiteres Mal lese.

Killing Zombies & Kissing You

Magret Kindermann

Dystopie
Softcover, 290 Seiten

erschienen bei Gedankenreich Verlag

Herbst 2019

ISBN 978-3-596296590
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Curly über Antagonisten

Curly liest und hört Romane fürs Herz; Bücher, die sich nicht weglegen lassen, und Zeilen, die neue Perspektiven eröffnen. Grundsätzlich: Literatur, die zum Nachdenken verführt. Wenn sie kein Buch in der Hand hat, hat sie die Schreibmaschine (oder: das Notebook) vor sich und schreibt – als Journalistin, Autorin, Kulturanthropologin und im Marketing.

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