Wie tief kann Harry Potter fallen? – Harry Potter und der Feuerkelch

Wie tief kann Harry Potter fallen? – Harry Potter und der Feuerkelch

Harry wird Teilnehmer am Trimagischen Turnier, das zwischen drei Schulen veranstaltet wird, obwohl er sich selbst nicht angemeldet hat. Ob das eine Falle ist?

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Erst mal ne Pause von Harry Potter eingelegt
  2. Mich gefragt, wie der vierte Teil hätte besser werden können
  3. Festgestellt, dass ich nicht mehr weiß, welcher Teil danach kommt

Mein Eindruck zu Harry Potter und der Feuerkelch:

„Harry Potter und der Feuerkelch“ war schon immer der Teil, den ich am wenigsten gemocht hatte. Nach zehn Jahren kann ich nur bestätigen: Jap, ist immer noch so. Jetzt weiß ich aber auch, weshalb.

Stärken des Buchs:

Das Ende ist gut. Ja, wirklich. Nachdem man den fetten Schinken fast durch hat, kommt noch mal ein herausragendes Ende. Sogar das herausragendste bisher, denn Harry beweist Mut, er handelt von sich aus und ihm wird nicht schon wieder von anderen aus der Patsche gezogen. Oh, und er hat sich nicht selbst in das Schlamassel manövriert. Das verdient einen Pluspunkt. Außerdem ist Voldemort dort in voller Größe zum ersten Mal so richtig zum Fürchten.

Zwei Details feiere ich noch sehr. Das ist einmal das Denkarium, in dem Dumbledore seine Gedanken aufbewahrt. Zweitens mag ich die Nebenstory mit Rita Kimmkorn, bei der ich mich wieder köstlich amüsiert habe.

Schwächen des Buchs:

„Harry Potter und der Feuerkelch“ ist das vierte Buch in der Reihe und zum vierten Mal beginnt es mit Gejammer. „Oh nein, mir schreibt niemand“ und „Oh nein, ich werde bestimmt aus Hogwarts fliegen.“ Wie kommt es, dass Harry Potter in den Ferien immer so eine Heulsuse wird? Warum erfindet die Autorin immer wieder neue Gründe, warum ihm nie jemand schreibt? Ich finde es anstrengend, immer wieder mit der gleichen depressiven Stimmung einzusteigen. Grundsätzlich wendet Rowling wieder dieselbe Formel an: Jemand anderes ist voll böse und wird deswegen durchweg verdächtigt und dann ist jemand ganz anderes der Übeltäter.

Die neu eingeführten Figuren sind furchtbar! Mad-Eye ist unsympathisch (ja, ich weiß, er ist eigentlich jemand anderes), die ganzen Richter und Schuldirektoren auch. Außerdem sind es viel zu viele. Die meisten haben keine große Rolle und bringen einfach nur zu viel Bewegung rein.

Ich muss jetzt mal schimpfen. Was ja eine gefährliche Sache bei einem Harry-Potter-Buch ist. Aber: Dumbledore weiß, dass Voldemort noch da draußen ist und Pläne schmiedet. Er weiß auch, dass Hogwarts definitiv kein sicherer Ort ist, obwohl das alle ständig sagen. Immerhin war dort die Kammer des Schreckens (was wohl niemanden störte, weil sie ja so lange schlummerte, nachdem Schüler*innen verstarben) und ein Professor hat sich mit Voldemort im Hinterkopf eingeschlichen. Trotzdem lässt er Harry Potter am Turnier teilnehmen, obwohl der seinen Namen nicht selbst in den Kelch geworfen hatte. Alle vermuten ständig, dass das ein böser Plan ist.

Harry Potter und der Feuerkelch: Foto: Magret Kindermann
Harry Potter und der Feuerkelch: Foto: Magret Kindermann

Aber das wäre ja gegen die Regeln, ihn nicht teilnehmen zu lassen! Die Regel, dass er zu jung wäre, interessiert wohl niemanden mehr. Auch Harry ist es offensichtlich egal, aber ihm verzeihe ich, denn er ist ein hormongesteuerter Teenager. Aber Dumbledore ist doch ein Erwachsener und angeblich der weiseste. Anscheinend findet er Wettkämpfe so spannend, dass er einen gefährlichen Attentat in Kauf nimmt. Ich habe keine Ahnung, warum das noch irgendjemand als realistisch ansieht.

Nur ganz kurz: Theoretisch bin ich schon bei der Quidditch-Weltmeisterschaft eingeschlafen, die war ja schon ein Buch für sich. Zwar bin ich immer wieder hochgeschreckt, doch jedes Mal bei so Sachen wie Hermines Rebellion für die Hauselfen bin ich wieder eingenickt.

Mein Fazit zu Harry Potter und der Feuerkelch:

Was will man machen? Als mittlerer Teil einer guten Reihe liest man natürlich auch diesen. Dazu möchte ich noch sagen, dass das Harry-Potter-Universum natürlich großartig ist. Dennoch kennt man es nun schon von drei Teilen, da reicht das alleine nicht mehr, um ein Buch gut zu machen.

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Harry Potter und der Feuerkelch

J. K. Rowling

Fantasy
Softcover, 704 Seiten

erschienen bei Carlsen

19. Februar 2008

ISBN 978-3-551354044


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