Bücherkinder

Bücherkinder

Die Buchbloggerin Stefanie Leo betreibt ihren Blog “Bücherkinder” bereits seit 2002. Das sind 18 Jahre!! Lies in diesem Interview zum diesmonatigen Blog des Monats mehr über Steffi und ihren Buchblog. Spoiler: Sie hat sogar zwei Blogs!

Stefanie Leo betreibt seit 2002 die Webseite buecherkinder.de, die allerdings den Kindern und Jugendlichen der Redaktion vorbehalten ist. Deshalb rief sie vor zehn Jahren ihren Blog lesenlebenlachen.de ins Leben, um dort (nicht nur) über Bücher zu berichten.


Warum betreibst du einen Buchblog?

Wenn man es genau nimmt, betreibe ich lediglich mit buecherkinder.de einen reinen Buchblog, denn auf lesenlebenlachen.de geht es um viele Themen, die mich bewegen und zu denen ich eine Meinung habe. Bücher und Lesen gehören aber unbedingt dazu.

Was magst du an Büchern?

Bücher sind für mich Begleiter in allen Lebenslagen. Sie unterhalten mich, lassen mich lachen und weinen, sie stimmen mich nachdenklich und bringen mich immer ein Stückchen weiter. Das gilt für Unterhaltungsliteratur genauso wie für Sachbücher.

Welche sind deine liebsten Genres und warum?

Derzeit lese ich viele Sachbücher. Die Welt ist gerade sehr unruhig und ich versuche, sie und uns besser zu verstehen. Schon von „berufswegen“ lese ich Kinder- und Jugendbücher und bin immer über den Einfallsreichtum der Autorinnen und Autoren überrascht. Man könnte ja meinen, mich könnte nach über 15 Jahren Buecherkinder-Arbeit kein Plot mehr überraschen. Weit gefehlt. Mit Krimis habe ich es nicht so und zu buchpreisgekrönten Büchern fehlt mir oft der Zugang.

Wie wichtig sind Buchblogger*innen deiner Meinung nach für die Buchbranche?

Ich würde gerne mit „total wichtig!“ antworten, aber ich glaube, dass das nur auf eine ganz kleine Gruppe zutrifft. Vielleicht sind wir einfach zu viele, das macht das Auffinden der Perlen nicht einfacher. Zudem scheint auch bei vielen Belesenen das Motto tl;dr: vorzuherrschen. Man greift also lieber zur blinkist’schen Zusammenfassung auf Instagram als zum ausführlichen Blogbeitrag.

Was sind deine Top10-Bücher aller Zeiten?

Alles hat seine Zeit! Ich finde ja, dass dieser biblische Spruch auch für Literatur gilt. Deshalb lese ich Bücher so gut wie nie zweimal. Mancher Titel erreicht mich einfach am rechten Ort, zur rechten Zeit. Das kann ein halbes Jahr später schon anders aussehen. Das Buch ist dann nicht schlechter, aber ich käme nicht mehr auf die Idee, es in meine Top10-Liste zu tun.
Was mir zuletzt gut gefallen hat, findet ihr also im Blog oder bei Instagram.
Wenn ich mich allerdings für nur ein einziges Buch entscheiden müsste, dann würde ich sofort und bestimmt „Momo“ von Michael Ende sagen. Dieses Buch hat mich als Kind begeistert und ist für mich zugleich wichtig, zeitlos und weise.

Was wünschst du dir für die Zukunft im Umgang zwischen Verlagen und Bloggenden?

Ich wünschte mir, dass ein Rezensionsbeleg nicht nur für ein Abhaken auf einer Presse-Liste sorgt. In vielen Buchtipps steckt viel Herzblut und Zeit drinnen, da freut man sich über eine freundliche Mail-Antwort, ein Like in den Sozialen Medien oder gar ein Teilen von Verlagsseite. Manchmal bekomme ich überhaupt keine Rückmeldung und das obwohl es mein Buchtipp sogar in die hiesige Tagespresse geschafft hat. Das ist schon traurig, wenn einem so wenig Wertschätzung entgegen gebracht wird.

Welche Erfahrung hast du mit Büchern von Selfpublishern gemacht?

Keine. Ich habe für mich damit noch nicht den richtigen Umgang gefunden. Derzeit lese ich keine Selfpublisher.

Was wünscht du dir für die Zukunft im Umgang zwischen Selfpublishern und Bloggenden?

Aufgrund meiner vorherigen Antwort, kann ich dazu vermutlich nicht viel sagen. Vielleicht sollten manche an ihrer Mail-Korrespondenz arbeiten. Ein „Dein Blog gefällt mir sehr gut.“ zieht bei mir nicht, zumal ich dabei oft feststelle, dass man sich eigentlich gar nicht mit meinen Blog beschäftigt hat, sonst würde man mir manches Genre einfach gar nicht erst anbieten.

Lesen die Menschen immer weniger? Welchen Trend beobachtest du?

Ich glaube, dass der „Mittelstand“ beim Lesen weg bricht. Haben früher viele Menschen immer mal wieder gelesen, so sind es heute weniger Menschen, die lesen aber mehr. Gerade bei den Kindern ist Lesen nur noch eine von vielen Freizeitbeschäftigungen, wenn dann auch Eltern nicht mehr vorlesen, hat es das Buch schwer.

Wo siehst du deinen Buchblog in fünf Jahren?

Ich betreibe meine Blogs jetzt schon 15 bzw. 10 Jahre, ich denke, dass ich auch in fünf Jahren noch über Bücher und auch andere Themen schreiben werde. Aber vielleicht mehr für mich, quasi als Online-(Book)-Journal. Sozusagen back to the roots, so wie die Wortkreuzung Blog es eigentlich mal vorgesehen hat.

 

Wenn du mehr von Stefanie und ihren Rezensionen lesen möchtest, besuche ihre ihren Blog “Bücherkinder” und hinterlasse liebe Grüße vom Buchensemble!

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