Author: S. M. Gruber

Bücherphie, das bin ich, wenn ich mich auf Instagram und meinem Blog herumtreibe. Und S. M. Gruber, das bin auch ich, aber wenn ich Bücher schreibe.
Mitreißender Ausflug in den Berliner Underground – Asche ist furchtlos

Mitreißender Ausflug in den Berliner Underground – Asche ist furchtlos

Asche ist furchtlos: Never judge a book by its cover, oder an der scheinbaren Durchschnittlichkeit seines Autors. Wäre es nicht eine Rezensionsanfrage gewesen, ich hätte dieses Buch niemals gelesen, denn erstens sieht das Cover aus als hätte mein Fünfzehnjähriges Ich es mit Word-Art gestaltet, und zweitens habe ich im Moment eigentlich keine Lust, noch mehr von deutschen/weißen/hetero Männern zu lesen. Die verlieren sich für meinen Geschmack nämlich zu oft entweder in ihrer pseudo-deepen Nabelschau oder scheitern grandios am Versuch, feministische Figuren zu schreiben. Umso mehr freut es mich, wenn ich über Ausnahmen stolpere. Clint Lukas ist so eine Ausnahme.

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Auf der Suche nach dem Vatergefühl – Land in Sicht

Auf der Suche nach dem Vatergefühl – Land in Sicht

„Land in Sicht“ ist der Debütroman von Ilona Hartmann, die im Internet bekannt dafür ist, mit minimalem Platz maximal witzig zu sein. Ob sie das auf 160 Seiten durchhält?

Auf der Suche nach dem Vater macht Jana Bühler eine Kreuzfahrt. Auf der Donau. Und ist die mit Abstand jüngste Passagierin. Der gesuchte Vater ist erster Kapitän des Schiffs und hat natürlich keine Ahnung, wer die junge Frau ist, die trotz rentnerbeiger Tarnkleidung noch auffälliger ist als der Bordmusikant in seinem Glitzer-Sakko. Jana will sich erst ein Bild von dem Mann machen, der ihr Vater sein soll, bevor sie sich zu erkennen gibt, so der Plan. Ein Versteckspiel der Annäherung beginnt.

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Bücher unseres Lebens – Was ist das beste Buch aller Zeiten?

Bücher unseres Lebens – Was ist das beste Buch aller Zeiten?

Kindheitsklassiker, Liebesroman oder philosophischer Deeptalk mit dem Leben – wir alle haben dieses eine Buch gelesen, das absolute Lieblingsbuch, an das wir uns noch erinnern werden, wenn wir achtzig sind. Oder zumindest denken wir das. Bis das nächste kommt, das diesen Platz einnimmt. Was für Bücher sind es, die uns so am Herzen liegen, und warum? Was sagt das über uns aus? Und ist die Frage nach dem besten Buch aller Zeiten überhaupt zu beantworten?

 

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Sci-Fi für Selbstdenker – Cyberempathy

Sci-Fi für Selbstdenker – Cyberempathy

Wir befinden uns in der Metropole Skyscrape, irgendwann in der Zukunft. Technologie ermöglicht fast unendliche Optimierungen an Körper und Geist – sowohl kybernetischer als auch genetischer Art. Platz ist rar, also werden Städte in die Vertikale gebaut, statt in die Horizontale. Je höher du in der Gesellschaft aufsteigst, desto höher wohnst du, je tiefer du im Ansehen fällst, desto tiefer die Stadtebene, auf der du lebst. In der Oberstadt überträgt das Cybernet menschliche Empfindungen in Echtzeit an deren Umgebung, Schmerz, Trauer, Freude – und umgekehrt. Die Menschheit ist vereint, Kriege gehören der Vergangenheit an, alles lebt in scheinbarer Harmonie. Doch wie sieht es unter der Oberfläche aus?

Der Erinnerungskonstrukteur Leon wird Mittelpunkt einer Verschwörung und ins Exil in die Unterstadt geschickt, wo er plötzlich ohne das Cybernet auskommen muss. Erst alleine, dann mit einer illustren Runde an kampflustigen Unterstädtern, stellt sich Leon seinem neuen Leben. Wie interpretiert man menschliche Emotionen, ohne sie am eigenen Leib zu spüren? Wem kann man noch vertrauen, wenn jeder sich selbst der Nächste ist? Wollen wir Freiheit oder Sicherheit? Und was unterscheidet am Ende Mensch und Maschine?

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Gar nicht gut gealtert – Wer die Nachtigall stört

Gar nicht gut gealtert – Wer die Nachtigall stört

„Wer die Nachtigall stört“ ist die Geschichte von Jean Louise aka Scout, einem jungen Mädchen, das in den 1930er Jahren in einer kleinen Stadt in Alabama aufwächst. Es hat seinen eigenen Kopf, will keine Kleider tragen, lieber mit den Jungs spielen oder Bücher lesen statt eine Lady zu werden. Ihr Vater Atticus ist Anwalt, der einen afroamerikanischen Mann vor Gericht vertritt, der fälschlicherweise eines Verbrechens beschuldigt wird. Das findet wiederum ein Teil der Stadtbewohner – gelinde gesagt – nicht gut. Außerdem gibt es noch so allerlei andere unkonventionelle Charaktere, die Scouts Kindheit zu einem besonderen Erlebnis machen.

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Ist das dieser deutsche Humor? – Bitte nehmen Sie meine Hand da weg [Rezension]

Ist das dieser deutsche Humor? – Bitte nehmen Sie meine Hand da weg [Rezension]

“Bitte nehmen Sie meine Hand da weg”: In seinem dritten Band humoristischer Kurzgeschichten nimmt uns Paul Bokowski mit in sein Berlin, mit zu seiner schrägen Familie, mit auf Tour und allerlei absonderliche Ausflüge, von Beelitz bis Kreuzfahrt. Ob Staubsaugerroboter, Puppentheater oder Ebay-Kleinanzeigenkäufer*innen, Paul Bokowski fällt zu allem etwas ein, was uns im Alltag so beschäftigt – und noch so einiges darüber hinaus.

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Kurzgeschichten – Die Königsdisziplin der Schriftstellerei

Kurzgeschichten – Die Königsdisziplin der Schriftstellerei

Alle Buchensemble-Mitglieder mögen Kurzgeschichten. Zumindest auf die eine oder andere Weise. Kia liest sie zum Beispiel nur gedruckt, Curly in allen Medien, Dean mag sie nicht als Roman zusammengefasst und M. D. Grand schreibt sie lieber, als dass sie sie liest.

In diesem Beitrag liest du, was unserer Meinung nach eine gute Kurzgeschichte ausmacht, unter welchen Bedingungen wir sie mögen und woher diese Textsorte eigentlich kommt.

Zum Schluss werfen wir auch noch einen Blick in die Kristallkugel, um die Zukunft der Kurzgeschichte vorauszusagen.

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960 Seiten emotionale Achterbahn – Ein wenig Leben [Rezension]

960 Seiten emotionale Achterbahn – Ein wenig Leben [Rezension]

Ein wenig Leben wollte ich eigentlich nicht lesen. Zu viel Hype. Zu dick. Außerdem: Ein Entwicklungsroman über vier Freunde in New York, in dem es um deren Beziehung zueinander geht, hat mich thematisch wenig angesprochen. Und dann habe ich es doch gekauft, aus einem Impuls heraus, weil ich so viel Positives darüber gehört hatte. „Berührend“, „herzzerreißend“, „Jahreshighlight“, „absoluter Must-Read“, wurde es genannt. Also habe ich es mitgenommen, dieses wunderbare Buch mit dem poetischen Originaltitel A Little Life.

Und dann stand es in meinem Regal, so herumgedreht, dass ich jeden Tag einen Blick auf das Cover hatte, den „Orgasmic Man“, das ewig verzerrte Gesicht, ob vor Schmerz oder Ekstase wusste ich nicht und weiß es auch jetzt nicht. Überhaupt weiß ich nicht, was ich jetzt mit mir anfangen soll, jetzt, nach dieser Lektüre. Was ich weiß, ist das: Ein wenig Leben hat mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen und nicht wieder losgelassen, auch jetzt nicht, wo ich es längst wieder zugeschlagen habe. Und, dass es um viel mehr geht, als bloß um Freundschaft: Es geht um ein ganzes Leben.

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Wie Dexter mit magischen Kräften – Der Fluch des Wandlers [Rezension]

Wie Dexter mit magischen Kräften – Der Fluch des Wandlers [Rezension]

In „Der Fluch des Wandlers*, dem dritten Band einer Reihe, geht es um Nicolas’ Geschichte. Wir kennen ihn bereits aus den ersten beiden Teilen der Wandler-Tetralogie, in denen es um die Geschichte der jungen Kiara geht. Nicolas wird in den ersten beiden Bänden als Agent von ihrem Clan geschickt, um sie zu schützen. Er bewegt sich stets in anderer Gestalt und zeigt ihr nie sein wahres Gesicht. „Der Fluch des Wandlers“ erzählt nun von Nicolas’ Vergangenheit als ursprüngliche Geheimwaffe des Clans lange bevor Kiara auf der Bildfläche erscheint.
Wer ist er wirklich? Wo kommt er her? Welche Fähigkeiten besitzt er noch? Und wie ist er zu dem geworden, der er heute ist?

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Teenager werden Clanführer – Der Verrat des Wandlers [Rezension]

Teenager werden Clanführer – Der Verrat des Wandlers [Rezension]

Die siebzehnjährige Kiara wurde zur Königin des Schlangenclans erkoren, da sie die mächtigste Gestaltwandlerin ihres Volkes ist. Wie mächtig, kann zu dem Zeitpunkt noch keiner ahnen, nicht einmal Kiara selbst. Gleichzeitig wird auch Jacques, ihre große Liebe, zum König des gegnerischen Skorpionclans gemacht.

Beide entdecken nach und nach das volle Ausmaß ihrer Macht, je stärker Jacques wird, desto stärker wird auch Kiara, wie zwei Ventile einer wilden Macht. Zur ersten großen Teenager-Liebe, die sich sowieso immer anfühlt, als wäre sie für immer, kommt also auch noch die Schicksalskomponente. Außerdem sind beide rebellische Siebzehnjährige, die auf ihr Teenagerdasein beharren, vor allem Kiara. (Kennt ihr das? Wenn man spürt, dass man anders ist, aber unbedingt normal sein will?) Das Drama wäre also sowieso schon vorprogrammiert.

Darüber hinaus entsteht durch dieses Gleichgewicht der Macht auch noch eine Art kalter Krieg, in dem Attentate und Spionage auf der Tagesordnung stehen. Und als wäre das nicht genug, bedroht die verdeckte Anwesenheit des dunkelsten aller Wesen, dem Wanderer, von dem niemand weiß, woran er zu erkennen ist, das Dasein beider Clans und möglicherweise der gesamten Menschheit. Bald wissen weder Kiara noch Jacques, wer eigentlich die Guten, wer die Bösen sind und wem man überhaupt noch trauen kann. Wer ist hier wirklich der bzw. das Böse und lauert der Verrat vielleicht in den eigenen Reihen oder verbirgt er sich gar hinter der großen Liebe?

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