Trauern über fiktive und echte Monster – Frankenstein [Rezension]

Trauern über fiktive und echte Monster – Frankenstein [Rezension]

Der wissbegierige Wissenschaftler Dr. Frankenstein baut ein Wesen aus Leichenteilen zusammen, das er zum Leben erweckt. Doch kaum erblickt er die Kreatur, verstößt er sie voll Ekel. Diese bleibt sich selbst überlassen und sucht die Liebe der Menschen, verbreitet aber nur Schrecken zu seinem Leidwesen.

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Magret liest nie, ohne dabei zu schimpfen. Am wenigsten mag sie wiedergekäute Ideen, leere Worthülsen oder Floskeln. Dafür steht sie auf Experimente, selbst wenn sie schiefgehen. Die Figuren sind ihr wichtiger als der Plot. Daher liest sie vor allem Entwicklungsromane, klassische und welche der Gegenwartsliteratur.

Selfpublishing und Crowdfunding – Zwei Autorinnen und ihr Ding

Selfpublishing und Crowdfunding – Zwei Autorinnen und ihr Ding

Catherine Strefford veröffentlicht ihren Roman „Nur kurz leben“ selbst. Dafür bedient sie sich des Crowdfundings, wie ich es auch bei „Hanover’s Blind“ gemacht habe. In diesem Artikel möchten Catherine und ich euch ein paar Hintergrundinfos zum Thema Crowdfunding geben: Wie werden Bücher durch Crowdfunding auf den Weg gebracht, wie sieht das Marketing aus, und warum ist Crowdfunding eigentlich so wichtig?

Darum geht es in “Nur kurz leben” von Catherine Strefford

In Catherine Streffords „Nur kurz leben“ geht es um den achtundzwanzigjährigen Richie, der die Schnauze voll hat. Immer hat er sich an die Regeln gehalten, das Leben gab ihm trotzdem nichts. Er beschließt es selbst in die Hand zu nehmen und hilft seinem Leben ein bisschen auf die Sprünge: er klaut Geld bei einer Tankstelle und flüchtet mit gut vierzehntausend Euro und einem geklauten Auto in Richtung Süden.
Dumm nur, dass auf der Rückbank Leon schläft …

Selfpublisherinnen und die Markttauglichkeit

Kia über Kurzgeschichten

Kia sagt: “Als ich Hanover’s Blind veröffentlichen wollte, wusste ich, dass die Veröffentlichung professionell ablaufen soll. Ich habe mich erst bei Kleinverlagen beworben, und auch tatsächlich drei Zusagen erhalten. Aber ein Verlag wollte, dass meine Geschichte „schwuler“ wird, der andere wollte, dass ich eine Reihe daraus mache, und der dritte fand das Buch toll, brauchte aber 100 Seiten mehr Inhalt bei gleicher Story, damit mein Buch markttauglich wird. Die Sache mit der Markttauglichkeit kaufe ich Verlagen aber nicht mehr ab, schon lange nicht mehr. Kurze Bücher treffen genau den Zeitgeist der Gesellschaft: Wir haben wenig Zeit, alles muss schnell gehen, und unsere Konzentrationsfähigkeit hat angeblich abgenommen. Catherine, in welchen Bereichen weichst du von der „markttauglichen Norm“ ab, und inwiefern glaubst du, dass „Nur kurz leben“ trotzdem einen Markt hat?”

Catherine sagt: “Mit Richie und Leon habe ich versucht reale Personen zu schaffen, die agieren wie Menschen eben agieren: unbedacht, chaotisch, nicht immer nachvollziehbar. Ich wollte keine Figuren, die vorhersehbar sind und immer nur nach Schema F handeln, die nicht impulsiv sind oder nur ein Klischee. Ich glaube, dass es gerade diese Figuren sind, mit denen man sich als Leserin oder Leser gut identifizieren kann, da auch ich als Lesende solche Figuren bevorzuge.
Mit voraussichtlich etwa 140 Buchseiten ist „Nur kurz leben“ im Vergleich zum Markt ein sehr dünnes Buch. Trotzdem funktioniert die Geschichte und erzählt was sie zu erzählen hat. Es braucht keine seitenlangen Ortsbeschreibungen oder ähnliches, um die Geschichte besser zu erzählen. Sie wird nicht besser, nur anders, vielleicht sogar verwässert, weil sie dadurch künstlich in die Länge gezogen wird. Das kann man mögen oder nicht, aber für diese Geschichte ist es so genau richtig in meinen Augen.
Und wenn ich mich in der Buchcommunity umschaue, gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass besonders gern zu SP-Büchern gegriffen wird, wenn nach unkonventionellen, nicht „glatt gebügelten“ Figuren und Geschichten gesucht wird.”

Marketing-Strategien für das Buchdebüt

Wir sind zwei Autorinnen, die einiges gemeinsam haben. Wir machen unser eigenes Ding und wollen unsere Geschichte mit der Welt teilen. Wichtig ist dabei natürlich, die eigenen Worte so in Buchform zu packen, dass wir damit zufrieden sind. Auch die Handlungs- und Entscheidungsgewalt hinsichtlich Cover, Lektorat und Marketing gehört zum Selfpublishing dazu. Inzwischen sind selbst veröffentlichte Bücher mitunter genauso professionell und hochwertig wie Werke von Großverlagen. Die größte Hürde für uns als Selfpublisherinnen ist allerdings das Marketing.

Kia über Kurzgeschichten

Kia sagt: “Es ist super schwer für eine Selfpublisherin, in den Buchhandel zu kommen. Meine Novelle habe ich bewusst in das Setting „Hannover, 2018“ gesetzt, um lokal in die Buchhandlungen zu kommen. Für mein Marketing, begonnen schon beim Crowdfunding-Marketing, habe ich natürlich die Themen aus dem Buch extrahiert und beispielsweise in Pressemitteilungen verpackt. Der Blindenverband hat etwas über meine Kampagne abgedruckt, das inzwischen leider insolvente Radio Leinehertz hat mich interviewt, und in Hannover sind auch Lesungen von meinem Buch oder Vorträge zum Thema Crowdfunding gern gesehen. Wie ist das bei dir, Catherine? Welches Marketing machst du, welche Multiplikatoren erreichst du und wie wirst du dein Buch später nach dem Crowdfunding aktiv verkaufen?”

Catherine sagt: “Ich setze bei meinem Debüt sehr auf Social Media und die Buchcommunity. Mich als Person kennt man dort schon, jetzt gilt es, vermehrt auch auf mein Buch und die Geschichte darin hinzuweisen. Das versuche ich mit Hilfe von wunderbaren Bloggerinnen und Bloggern, die mich dabei unterstützen. Artikel und Interviews wie dieses, die noch mehr von mir als Autorin, als Mensch preisgeben und gleichzeitig Einblicke zur Entstehung des Buches oder der Geschichte geben.
Da es mein Debüt ist, befürchte ich, dass ich für die Presse und ähnliches noch nicht interessant genug bin, werde aber natürlich trotzdem versuchen, über den Aspekt der Lokal-Autorin, trotzdem in Zeitungen und lokalen Geschäften entsprechenden Raum zu bekommen und noch mehr potentielle Unterstützer und Leser zu gewinnen. Auch Lesungen oder Messebesuche kann ich mir gut vorstellen und beides steht auf meiner Agenda.”

Lass uns über Geld reden!

Doch bevor ein Buch verkauft werden kann, muss es hergestellt werden. Eine Lektorin verdient um die fünf Euro pro Normseite, das Korrektorat benötigt etwa zwei. Ein Coverdesigner siedelt sich preislich im mittleren dreistelligen Bereich an, und der Buchsatz kostet meist in etwa ebenfalls so viel wie das Cover. Diese Kosten werden ergänzt durch die Kosten der Veröffentlichung, VLB-Eintragung, Druck inkl. Probeexemplare und nicht zuletzt der teuerste Kostenpunkt: Das Marketing.

Catherine sagt: “Oh ja, da ist einiges an das man denken und um das man sich kümmern muss. Mein erstes Buch und ich habe mich bewusst für das Selfpublishing entschieden. Ich war schon immer eine Selbermacherin und der Gedanke Cover oder Buchsatz oder Teile der Geschichte aufgeben zu müssen … unerträglich.
Als selbstständige Mediengestalterin habe ich das Glück, dass das Cover und der Buchsatz mich nur meine Freizeit kosten, da ich das selbst übernehme. Ich will dem Buch aber unbedingt auch ein Lektorat und Korrektorat gönnen. Das hat es verdient, ich als Fehler machender Mensch habe das verdient. Aus eigener Tasche kann ich es aktuell aber leider nicht vorstrecken – und das tut man als Selfpublisherin ja nun mal, Geld vorstrecken, bis das Buch auf den Markt kommt und das Geld hoffentlich wieder einbringt.”

Kia über Kurzgeschichten

Kia sagt: “Bei mir ist es kein Geheimnis, dass ich auf mein Crowdfunding draufgezahlt habe. Ich wollte meine Kampagne hauptsächlich als Marketing-Booster haben und mich an den Break Even heranpirschen. Den habe ich inzwischen erreicht: Mit Hanover’s Blind komme ich bei Plus / Minus Null raus. Für mich als Buchsetzerin und Lektorin ist das völlig in Ordnung, denn meine Bücher sind das Marketing für meine schriftstellernahen Dienstleistungen. Und die Nominierung zum Deutschen Selfpublishing Preis ist auch nicht von der Hand zu weisen, so kurz die Freude bis zur Bekanntgabe der Shortlist auch war. Wirst du beim Crowdfunding auch draufzahlen, oder sammelst du von der Community alles, was du für den kompletten Start ins Leben einer veröffentlichten Autorin benötigst?”

Catherine sagt: “Ich bin mir fast sicher, dass ich drauf zahlen werde. (lacht) Aber das ist in Ordnung für mich. Es ist mein Debüt und hier gilt meine Priorität dem Veröffentlichen und wenn ich am Ende, so wie du, bei Plus / Minus Null herauskomme, bin ich mehr als glücklich. Mich veröffentlichte Autorin nennen zu können, dass Leute mich kennen und wissen, dass ich ein Buch geschrieben habe, es lesen, das ist der Traum, das ist mein Ziel. Alles darüber hinaus sehe ich aktuell als Bonus.
Natürlich möchte ich, dass mein Buch gefällt, aber ich weiß auch, dass es nicht jedem gefallen wird. Es wäre herrlich, so wie du, nominiert zu werden oder einen Preis zu gewinnen, aber auch das wäre nur eine wunderbare Kirsche auf dem Sahnehäubchen.
Es ist mein erstes Buch, alles was kommt liegt im Dunkeln, ich lerne unglaublich viel, werde besser in so vielen Dingen und auch das sehe ich alles als Gewinn.”

Dankeschöns: Das bekommt ihr beim Crowdfunding!

Crowdfunding ist mehr als nur marketing-starkes Geldsammeln. Die Unterstützerinnen und Unterstützer, die „Nur kurz leben“ helfen, auf dem Buchmarkt zu erscheinen, erhalten Rewards, so genannnte „Dankeschöns“. Bei Kia gab es eine Tasse mit dem Motiv des Buchcovers, die Bücher selbst, eine Stadtrundführung, eine Wohnzimmerlesung, Buchpakete mit Exemplaren zum Verschenken, sowie eine exklusiv fürs Crowdfunding produzierte Hardcover-Sonderedition von „Hanover’s Blind“.

Catherine sagt: “ch habe mich auf das Wesentliche konzentriert: das Buch. Als Dankeschön gibt es zum Beispiel das Taschenbuch mit persönlicher Widmung oder auf Wunsch mit namentlicher Erwähnung in der Danksagung.
Außerdem biete ich ein illustriertes Hardcover an. Dieses kann man während der Kampagne auch limitiert mit Anmerkungen und Markierungen von mir erhalten, um die Geschichte auf einer weiteren Ebene zu erleben.
Man kann als Dankeschön auch ein Geschenk-Set bekommen: ein Buch für sich selbst und zwei weitere zum Verschenken oder man behält einfach alle, ganz wie man mag. (lacht)
Als größtes Dankeschön kann man einen der limitierten Plätze für eine Lesung in meinem Wohnzimmer erhalten.”

Kia über Kurzgeschichten

Kia sagt: “Liebe Catherine, sag unseren Leserinnen und Lesern doch einmal in einem Satz, warum sie „Nur kurz leben“ unterstützen sollten.”

Catherine sagt: “Weil sie mein Debüt damit nicht nur unterstützen, sondern sie werden ein Teil davon; der Teil der es möglich macht einen Traum zu verwirklichen und wenn das kein gutes Gefühl und gutes Karma gibt, was dann?”

Das Crowdfunding für „Nur kurz leben“ geht vom 28. Oktober bis zum 1. Dezember. Klickt auf den folgenden Link und unterstützt Cathys Debüt, wenn ihr mögt. Wählt aus verschiedenen Dankeschöns wie dem Taschenbuch mit persönlicher Widmung oder dem limitierten Hardcover das perfekte für euch aus. Teilt diesen Beitrag, teilt den Link zur Kampagne, erzählt es weiter. Seid Teil von Cathys Debüt und verfolgt es von diesem Moment bis zur Veröffentlichung.

 

 

Kia über Kurzgeschichten

Kia liest. Nicht nur Sachbücher zur persönlichen Entwicklung und Schreibratgeber, sondern auch Entwicklungsromane, nerdige Science Fiction und alles, was zwischen Utopie und Dystopie ein bisschen Drama angereichert hat. Beim Buchensemble gibt sie hin und wieder Einblicke in ihre Reiseberichte, die sie beim Durchqueren spannender Welten anfertigt.

Schauer ohne Knall – Das Archiv [Rezension]

Schauer ohne Knall – Das Archiv [Rezension]

Im Archiv einer Hochschule wird eine vergessene Kammer wiederentdeckt. Johannes Meerbusch erhält den Auftrag, die dort gelagerten Akten zu sichten. Bei der Arbeit in dem Kellerraum, den seit Jahrzehnten niemand betreten hat, stößt er auf eine unbekannte Gefahr, die schnell seinen Verstand zu vergiften beginnt…

 

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Magret liest nie, ohne dabei zu schimpfen. Am wenigsten mag sie wiedergekäute Ideen, leere Worthülsen oder Floskeln. Dafür steht sie auf Experimente, selbst wenn sie schiefgehen. Die Figuren sind ihr wichtiger als der Plot. Daher liest sie vor allem Entwicklungsromane, klassische und welche der Gegenwartsliteratur.

Hinterlässt einen kleinen Stich – Splitter der Nacht [Rezension]

Hinterlässt einen kleinen Stich – Splitter der Nacht [Rezension]

In Madat bekriegen sich die freien Zirkel offen. Ohne Rücksicht auf Verluste liefern sich Magier ihre Kämpfe, mittendrin die machtlos wirkende Stadtwache. Die Schattenmagierin Jara versucht sich mit ihrem Zirkel an einem gewagten, wenn auch zunächst belanglos wirkenden Diebstahl. Sie werden verraten, der Zirkel bis auf wenige Mitglieder ausgelöscht und Jara muss in Gefangenschaft entscheiden, ob sie sich einem grausamen Schicksal opfert oder ihren Meister verrät. (Und dann vielleicht ein bisschen später, anders grausam stirbt.)

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  1. Mich bei der Autorin erkundigt, wann es weiter geht
  2. Kaffee getrunken
  3. Die Rezension begonnen

Mein Eindruck zu “Splitter der Nacht”:

“Splitter der Nacht” war das erste Buch von Katrin Ils außerhalb der bisher gelesenen Reihe und ich hatte mir davon etwas Neues versprochen. In diesem Punkt wurde ich leider enttäuscht, aber auch nur in diesem.

Die Autorin führt die Lesenden erstmals aus Alat, dem Handlungsort ihrer vorangegangenen Romane, heraus. Madat unterscheidet sich auf den ersten Blick nur durch noch mehr Dreck, Korruption und das offene Vorgehen der freien Magierzirkel von den Verhältnissen in den vorigen Romanen. Die Geschichte verspricht, was wir/ich von Katrin Ils erwarte: düstere Spannung, Figuren in ausweglosen Situationen und menschliche Abgründe. Die Handlung hat mich gefesselt und mitgerissen, doch der große Knall am Ende erschien mir leider etwas dumpf.

Stärken des Buchs:

“Splitter der Nacht” punktet mit der starken Atmosphäre, die Katrin Ils ihren Geschichten verleiht. Leseri*innen fühlen sich augenblicklich in die wenig angenehmen Handlungsorte versetzt und fühlen mit der Protagonistin, die emotional wie auch körperlich durch die Hölle geht. Der Einstieg in die Geschichte gelingt hier besonders stark. Die Leser*innen werden schonungslos in Jaras Verzweiflung hineinkatapultiert und mit dem fein gewählten Maß an Rätseln konfrontiert. Die Verstrickungen scheinen undurchdringlich, aber genauso, dass es die Neugierde anfeuert.

Jara stolpert aus diesem überragend guten Buchanfang in die folgende Handlung. Hier gelingt es Katrin Ils wiederholt, eine innerlich zerrissene, teils überforderte und dennoch minimal menschliche Protagonistin zu schaffen. Sie hat den Glauben an das Gute, rettungswürdige in sich selbst längst aufgegeben, ist jedoch noch nicht so weit, alle Menschen aufzugeben. Jara wirkt authentisch. Sie handelt grausam, doch nur, weil sie keine Wahl hat. Zugleich wird Jara mit der nötigen Prise Mitgefühl ausgestattet, die es braucht, um sie sympathisch zu machen.

Ihre Umgebung zwingt sie praktisch, so zu sein, wie Jara ist. Das Leben in Madat ist geprägt von Gewalt, Korruption und Willkür, daraus folgt, dass Tod und Folter einen gewissen Raum innerhalb der Geschichte erhalten. An dieser Stelle kann ich Katrin Ils erneut ein, vieleicht etwas zweifelhaftes, Kompliment aussprechen: Sie schreibt die großartigsten Gewaltszenen. Die Autorin zeigt die Grausamkeit, ohne sie zu feiern. Schmerz und Qual gehören zum Setting und der Geschichte, werden jedoch nicht zum Selbstzweck. Sie deutet an, beschreibt einzelne Aspekte, ergözt sich nicht daran.
An diesem Punkt möchte ich eine kleine Warnung für alle Katzenliebhaber aussprechen: Katrin Ils schafft es, diese überaus bezaubernden, liebenswerten, teils tollpatschigen Tiere grausam wirken zu lassen.

Schwächen des Buchs:

Die oben genannten Stärken sind in gewissen Teilen auch die Schwächen des Buches. Denn wenn ich die angesprochenen Punkte betrachte, so sind es die gleichen wie in der Unstern-Reihe.

In “Splitter der Nacht” gibt es eine neue Protagonistin in neuer Umgebung und dennoch kommt mir alles bekannt vor. Jara ist brutal, innerlich zerbrochen und lebt in Abhängigkeit, dabei ist sie gerade noch so empathisch, dass sie kein Monster ist. Sich selbst hat sie aufegegeben, die Menschen, die sie liebt, stellt sie über sich selbst und unternimmt alles, um sie zu schützen/retten. Und das erinnert in den groben Zügen an Kerra, die Heldin der Unstern-Reihe.

Auch die Handlung baut sich nach dem bekannten Muster auf: Die Protagonsitin gerät in eine ausweglose Situtation, hat die Wahl zwischen Verrat und Tod und stellt zunehmend fest, dass sie selbst von allen Seiten verraten und benutzt wird, um schließlich ihr eigenes Ding durchzuziehen. Leider war die große Überraschung am Ende aus diesem Grund vorhersehbar.

Es ist ein kleiner Wehmutstropfen, denn unterhaltsam und spannend bleibt das Buch allemal, ich persönlich lasse mich nur gerne überraschen.

Mein Fazit zu Splitter der Nacht:

Ich war von “Splitter der Nacht” gleichermaßen begeistert wie enttäuscht. Katrin Ils gelingt es mit den bekannten Elementen Spannung und Atmosphäre zu erzeugen. Als Leserin erwarte ich das natürlich, nur hätte ich mir bei der Handlung und der Figurengestaltung etwas mehr Neues gewünscht. Deshalb knausere ich bei diesem Roman ein wenig mit den Sternen.

Trotzdem ist “Splitter der Nacht” eine Empfehlung für Dark Fantasy Fans, die sich mehr wirklich starke Frauenfiguren, auch jenseits der Protagonistin, wünschen. Ein Leseerlebnis, das alle Sinne anspricht, so intensiv wie Katrin Ils die Umgebung und Erlebisse ihrer Figuren beschreibt.
Und ich warte gespannt auf eine Fortsetzung von “Splitter der Nacht” in der festen Überzeugung, dass Jara mich noch überraschen wird.

Splitter der Nacht

Katrin Ils

Fantasy
Softcover, 210 Seiten

erschienen bei Sprohar

24. Oktober 2018

ISBN 978-3-950446135

Jetzt für 9,00 € kaufen

 

Wiebke über Trilogien

Wiebke liest alles, was ihr interessant erscheint und nicht Horror ist. (Sonst kann Wiebke nicht schlafen.) Verschiedene Gattungen der Fantastik findet sie besonders häufig interessant und sie liebt den klassischen Krimi. Bilderbücher sind ihre große Leidenschaft und sie sammelt sie nicht nur für ihre Kinder. Einst studierte Wiebke Geschichte und Germanistik, allerdings störte sie das dazugehörige Lehramt irgendwann dermaßen, dass sie damit aufhörte und sich vorerst ausschließlich dem Schreiben eigener Bücher widmet.

BlueSiren

BlueSiren

Babsi ist die Frau hinter “BlueSiren”. Die Autorin und Buchbloggerin ist bekannt für ihre Affinität zu Blobfischen und dem Meer, ihrem Roman über Meerjungfrauen und Piraten, und seit einigen Monaten pusht sie unveröffentlichte Autor*innen durch ihr #ProjektArbeitstitel. Heute stellen wir euch die Bloggerin des Monats Oktober vor: Babsi von BlueSiren!

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Das Buchensemble besteht aus sieben Rezensent*innen, die zugleich auch Bücher schreiben. Durch unsere Erfahrungen als Schreibende geben wir unseren Rezensionen die gewisse Tiefe.

Artikel, die vom Buchensemble geschrieben sind, sind entweder allgemein gehalten oder eine Gemeinschaftsleistung des Teams.

Mehr davon! – Morgen ist leider auch noch ein Tag [Rezension]

Mehr davon! – Morgen ist leider auch noch ein Tag [Rezension]

Tobi Katze hat Depressionen. “Morgen ist leider auch noch ein Tag” heißt sein autobiografischer, aber humorvoll und nicht ganz der Wahrheit entsprechender Roman. Zumindest hoffe ich, dass Tobi nicht all die Extreme durchgemacht hat, die in diesem Buch vorkommen.

Er liegt in seinem Bett, kann sich wegen der Depression kaum bewegen, und wenn, dann in eine Bar, um dort zu saufen. Alkohol ist bei Tobi Katze ein zentrales Thema, und es macht die Depression, welch Überraschung, bedeutend schlimmer. Der Autor nimmt uns allerdings auch mit zu seinem Therapeuten, nimmt im Laufe des Buches Antidepressiva und versucht, eine Besserung seiner Symptome zu erreichen, um auf Dauer aus seiner psychischen Erkrankung herauszukommen.

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Kia über Kurzgeschichten

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Schweigen ist Gold, oder nicht – Speechless [Rezension]

Schweigen ist Gold, oder nicht – Speechless [Rezension]

Speechless: Die beliebte Chelsea ist eine Tratschtante und als sie einen Mitschüler mit einem anderen Kerl erwischt, plaudert sie aus, dass er schwul ist. Mit schlimmen Folgen: Ihr Mitschüler wird krankenhausreif geschlagen. Als Chelsea die zwei Täter verrät, wird sie aus dem Kreis der beliebten Schüler ausgeschlossen und gemobbt. Um ihrem Tratschen ein Ende zu setzen, will sie wie ein buddhistischer Mönch schweigen.

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Magret liest nie, ohne dabei zu schimpfen. Am wenigsten mag sie wiedergekäute Ideen, leere Worthülsen oder Floskeln. Dafür steht sie auf Experimente, selbst wenn sie schiefgehen. Die Figuren sind ihr wichtiger als der Plot. Daher liest sie vor allem Entwicklungsromane, klassische und welche der Gegenwartsliteratur.

Kady, oh Kady – Illuminae [Rezension]

Kady, oh Kady – Illuminae [Rezension]

BeiTech greift Kerenza an. Damit beginnt das Dossier, das die Gruppe Illuminae an jemanden sendet. Das gesamte Buch “Illuminae” besteht aus einer E-Mail, ihrem Anhang, einer Antwortmail und einem Chatverlauf. 95 % des Buches sind der Anhang. Und der hat es in sich.

Auf Kerenza wohnen Kady Grant und Ezra Mason. Es ist ein kalter Planet, und die Kolonie lebt von einer illegalen Mine. Plötzlich gibt es Krieg, ein wirtschaftlicher Privatkrieg, wie sich schnell herausstellt. BeiTech will sich den Planeten untertan machen, und zwar so, dass niemand etwas davon mitbekommt. Also werden sämtliche evakuierte Überlebende, die auf den Raumschiffen Copernicus, Alexander und Hypatia entkommen konnten, von der Lincoln, einem BeiTech-Schiff, verfolgt.

Kady landet auf der Hypatia, Ezra, ihr frischgebackener Exfreund, auf der Alexander, denn er ist verletzt, sie nicht. Die Raumschiffe haben mehr Bemannung, als ihre Kapazität erfordert, und unter all den Evakuierten werden dringend Arbeiter aller Art gebraucht: Denn irgendwie müssen sich die drei fliehenden Schiffe gegen die immer näher kommende Lincoln verteidigen.

So wird Ezra zum Piloten, aber Kady hat es geschafft, sich aus der Musterung zu winden und hackt fröhlich vor sich hin. Denn etwas auf der Alexander läuft gar nicht richtig. Und die Copernicus hat … äh, Probleme. Kady beginnt, alles herauszufinden, was intern schief läuft und stößt dabei auf Sachen, die echt nicht witzig sind. Wirklich nicht.

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Kia über Kurzgeschichten

Kia liest. Nicht nur Sachbücher zur persönlichen Entwicklung und Schreibratgeber, sondern auch Entwicklungsromane, nerdige Science Fiction und alles, was zwischen Utopie und Dystopie ein bisschen Drama angereichert hat. Beim Buchensemble gibt sie hin und wieder Einblicke in ihre Reiseberichte, die sie beim Durchqueren spannender Welten anfertigt.

100 Mal das Gleiche – Ich steh auf mich [Rezension]

100 Mal das Gleiche – Ich steh auf mich [Rezension]

In “Ich steh auf mich” gibt Sigrid Engelbrecht Tipps zur Selbstliebe. Sie schreibt über Selbstwertschätzung, Wertschätzung anderer und Beziehungen. Somit geht es um Liebe und Freundschaft, Selbstwertschätzung und Wertschätzung anderer, Impulse für mehr davon, Schauplätze und Beispiele von zu wenig davon, Folgen von fehlender (Selbst)wertschätzung und Hintergrundinformationen.

Aufgebaut ist dieses Buch als ein Ratgeber, den man nach und nach lesen und Übungen befolgen kann. Der Fokus liegt dabei darauf, den Leser oder die Leserin davon zu überzeugen, Selbstwertschätzung in sein oder ihr Leben zu lassen und alle negtiven Situationen und Auswirkungen fehlender Selbstliebe und Selbstwertschätzung zu beleuchten.

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Kia über Kurzgeschichten

Kia liest. Nicht nur Sachbücher zur persönlichen Entwicklung und Schreibratgeber, sondern auch Entwicklungsromane, nerdige Science Fiction und alles, was zwischen Utopie und Dystopie ein bisschen Drama angereichert hat. Beim Buchensemble gibt sie hin und wieder Einblicke in ihre Reiseberichte, die sie beim Durchqueren spannender Welten anfertigt.

Das Leseverhalten: Zeig mir, wie du liest

Das Leseverhalten: Zeig mir, wie du liest

Zeig mir, wie du liest und ich sag‘ dir, wer du bist. Wie schnell oder langsam lesen wir? Wie viel oder wenig lesen wir? Muss unser Leseverhalten immer getrackt werden, und was stellen wir mit diesen Infos an? Das Buchensemble liest: Mal viel, mal wenig. Täglich, unregelmäßig – und wir, die Autoren vom Buchensemble, haben unser Leseverhalten beobachtet.

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Curly über Antagonisten

Curly liest und hört Romane fürs Herz; Bücher, die sich nicht weglegen lassen, und Zeilen, die neue Perspektiven eröffnen. Grundsätzlich: Literatur, die zum Nachdenken verführt. Wenn sie kein Buch in der Hand hat, hat sie die Schreibmaschine (oder: das Notebook) vor sich und schreibt – als Journalistin, Autorin, Kulturanthropologin und im Marketing.